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Wildunfall und Teilkasko: Mit welchem Tier "dürfen" Autofahrer zusammenstoßen

02.08.2011 - 15:41

Eine nächtliche Fahrt auf einer Landstraße durch den Wald, plötzlich taucht ein Reh im Scheinwerferlicht des Autos auf - trotz Bremsmanöver ist ein Zusammenstoß unvermeidlich. Ein klassischer Unfall mit Haarwild, dessen Schäden wohl von jeder KFZ Teilkasko reguliert werden. Doch was, wenn Autofahrer mit anderen Tieren kollidieren? Die Regelungen sind teilweise sehr undurchsichtig und skurril - und natürlich von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich.

Konstanten gibt es trotzdem: Wer eine Vollkaskoversicherung für seinen Wagen abgeschlossen hat, kann sich sicher sein, dass die Versicherung den Schaden ersetzt - egal welches Tier an der Kollision beteiligt war. Wer lediglich teilkaskoversichert ist, muss hier genauer hinsehen. Die Vertragsbedingungen der Policen sehen oftmals nur dann einen Schadenersatz vor, wenn es zu einem Unfall mit Haarwild kommt - hierbei richten sich die Assekuranzen nach dem Bundesjagdgesetz. Und schon wird es kurios: Denn dem Gesetz entsprechend regulieren die Versicherer - neben den Folgen von Unfällen mit Rehen oder Hirschen - auch Schäden durch den Zusammenprall mit Wisenten, Schneehasen und Seehunden - die einheimischen Kühe, Schafe, Ziegen oder auch Hunde und Katzen gehören jedoch nicht in diese Kategorie.

Teils undurchsichtige Bedingungen in den Policen

Der Teilkaskoschutz kann jedoch auch auf andere Tiere erweitert werden - allerdings sollten sich Verbraucher hier gut informieren. "Die Bedingungen sind nicht alle gleich", sagt Thorsten Rudnik, Vorstandsmitglied beim Bund der Versicherten (BdV), gegenüber der Financial Times Deutschland. Der Markt sei an dieser Stelle sehr intransparent. Jedoch haben Autofahrer auch hier die Möglichkeit, von dem seit Jahren tobenden Preiskampf der Versicherungsunternehmen zu profitieren.

Einige Versicherer bieten im Rahmen der KFZ Teilkasko bereits standardmäßig einen ausgeweiteten Schutz für den Zusammenstoß mit Tieren an. Mit ihrem neuen Autotarif ersetzt die Allianz etwa Schäden durch den Zusammenprall mit Rindern, Ziegen, Pferden und Schafen - Schweine sind hingegen nicht aufgeführt. Um auch hier optimalen Schutz genießen zu können, können Versicherungsnehmer zusätzlich eine Option vereinbaren, die bei Kollisionen mit "Tieren aller Art" schützt.

Die LVM reguliert im Grundschutz der Teilkaskoversicherung sogar Unfälle mit "allen Wirbeltieren" - hiermit sind Verbraucher praktisch bei jedem Zusammenprall mit Tieren geschützt. Im kleinsten Tarif der  DEVK sind nur Autounfälle mit Haarwild abgedeckt, erst im Standardtarif sind auch Pferde, Ziegen, Rinder und Schafe aufgenommen. Ab September soll der Schutz dann allerdings auf alle Tiere ausgeweitet werden.

(tei)

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