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Wechselkennzeichen: Versicherung würde deutlich unbürokratischer werden

26.07.2010 - 21:49

In der Mitte des Jahres 2011 wird aller Voraussicht nach das KFZ Wechselkennzeichen in Deutschland eingeführt. Unklar ist bislang jedoch, für welche und für wie viele Fahrzeuge ein variables Nummernschild zulässig wird. Auch die Versicherer haben bisher eher vereinzelt reagiert. CHECK24 bringt Sie im nachfolgenden Artikel auf den aktuellen Stand.

Gegen Ende des Jahres 2010 will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine Gesetzesvorlage bezüglich der Einführung des KFZ Wechselkennzeichens einbringen. Im Sommer 2011 soll es dann möglich sein, ein Wechselkennzeichen zu nutzen. Auch beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es bereits Planungen bezüglich des austauschbaren Nummernschildes. Wie auch bisher beim Verkehrsministerium laufen die Pläne des GDV klar in Richtung Elektroauto. Dieses soll durch die Einführung des besonderen Kennzeichens verstärkt auf die Agenda der Verbraucher gebracht werden. Da verwundert es nicht, dass der Arbeitstitel des Projektes beim GDV „Elektromobilität“ lautet.

Das Wechselkennzeichen könnte drei Fahrzeuge in eine Versicherung aufnehmen

Die Pläne zum Wechselkennzeichen sehen vor, für kurze Fahrten in die Stadt beispielsweise ein Elektroauto zu nutzen und bei längeren Überlandtouren auf einen Wagen mit herkömmlichem Verbrennungsmotor umzusteigen. Der Verkehrsminister tendiert jedoch eher dazu, ein austauschbares Nummernschild nur für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb zu erlauben. Dem ADAC geht dies nicht weit genug. Nach Ansicht des Automobilclubs sollte das Wechselkennzeichen auch für „normale“ Fahrzeuge nutzbar gemacht werden. Denn auch emissionsärmere Zweitwagen würden helfen, CO2 einzusparen.

Die genaue Umsetzung des wechselbaren Nummernschildes ist ebenfalls noch nicht restlos geklärt. Immer häufiger hört und liest man, dass ein Wechselkennzeichen von drei Fahrzeugen genutzt werden könne. Dies ist allerdings bisher pure Spekulation und orientiert sich am Vorbild der Schweiz. Ob diese Regelung der Alpenrepublik tatsächlich auch in Deutschland greift, ist bisher noch unklar.

Versicherer reagieren bisher kaum auf die Neuerungen

Die Versicherer haben bisher nur sehr vereinzelt auf die geplante Einführung des Wechselkennzeichens reagiert. Die ADAC-Autoversicherung AG arbeitet jedoch bereits an einer entsprechenden Police. Deren Beiträge orientieren sich einzig am teuersten Fahrzeug. Das bedeutet, dass für alle mit einem KFZ Wechselkennzeichen versicherten Fahrzeuge nur einmal Beitrag gezahlt werden müsste, nämlich der für das Auto mit den höchsten Beiträgen.

Der ADAC fordert darüber hinaus, dass auch nur das teuerste Fahrzeug versteuert werden soll. Da die Steuer nur für eines der mit dem Wechselkennzeichen versicherten Fahrzeuge gezahlt werden müsste, eröffnet sich für die Verbraucher ein großes Sparpotenzial im Vergleich zu einer herkömmlichen Zweitwagenversicherung. Außerdem würde die KFZ Versicherung dadurch deutlich einfacher und unbürokratischer werden.

Nicht jeder Zweitwagen könnte ein Wechselkennzeichen bekommen

Klar ist aber auch: Nicht alle Zweitwagenbesitzer würden von einem Wechselkennzeichen profitieren. Denn dieses könnte nur dann verwendet werden, wenn die verschiedenen Fahrzeuge nicht parallel gefahren werden. Nur wer seine Autos nicht gleichzeitig nutzt, dürfte das Wechselkennzeichen nutzen. Beispielsweise kann demnach ein Cabrio, welches im Sommer anstelle des Erstwagens gefahren wird, mit einem Wechselkennzeichen ausgestattet werden. Ein Saisonkennzeichen würde dadurch überflüssig.

In Österreich und der Schweiz hat sich die KFZ Versicherung mit einem Wechselkennzeichen bisher bewährt. Allein in Österreich sind etwa acht Prozent aller Fahrzeuge mit einem variablen Nummernschild auf den Straßen unterwegs.

(tei)

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