0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Wechselkennzeichen: Einführung verzögert sich

13.08.2010 - 21:20

Das KFZ Wechselkennzeichen geht wohl doch später an den Start als erwartet. Auch die geplante Umsetzung wird voraussichtlich einer Reform unterzogen. Laut einer Studie würde die Einführung des austauschbaren Nummernschildes sowohl in wirtschaftlicher als auch in ökologischer Hinsicht einen Schub für das Automobilgewerbe bringen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte erst kürzlich die endgültige Einführung des KFZ Wechselkennzeichens in Deutschland zu Beginn des Jahres 2011 angekündigt. Zwar gingen Experten ohnehin von einem Starttermin Mitte des Jahres aus, doch jetzt muss der Termin wohl endgültig bis zum Sommer 2011 verschoben werden. Zusätzlich wird es wohl eine Änderung der geplanten Umsetzung des variablen Nummernschildes geben. Entsprechende Informationen liegen der „Auto Bild“ vor.

Denn offenbar will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf der vollen KFZ Steuer für jedes über ein Wechselkennzeichen versicherte Fahrzeug bestehen. Andernfalls könnte das Steueraufkommen beträchtlich sinken, wie Schäuble befürchtet. Die Einnahmen für den Bundeshaushalt durch die KFZ Steuer belaufen sich auf derzeit rund neun Milliarden Euro. Zuletzt hatte selbst die Versicherungswirtschaft – der bisher größte Gegner vom KFZ Wechselkennzeichen – Kooperationsbereitschaft bekundet.

IFA-Studie: Bis zu 90.000 mehr verkaufte Fahrzeuge durch das Wechselkennzeichen

Einer aktuellen Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) zufolge würden besonders der Automobilhandel und das KFZ Handwerk vom Wechselkennzeichen profitieren. Für die deutschen Autobauer wäre der Effekt jedoch deutlich geringer, da auch die ausländischen Hersteller aus der Einführung eines wechselbaren Nummernschildes einen Nutzen ziehen würden. Willi Diez, der Leiter des IFA, schätzt die mit dem Wechselkennzeichen in Verbindung stehende zusätzliche Nachfrage auf 80.000 bis 90.000 Fahrzeuge. Noch im Mai war Diez von über einer Million Fahrzeugen ausgegangen.

Eine exakte Einschätzung des Zuwachses bei Autoverkäufen durch ein Wechselkennzeichen sei schwer abzuschätzen. Beispielsweise muss bei einer Prognose berücksichtigt werden, dass der Kostenvorteil durch den geplanten Wegfall der KFZ Steuer für den Verbraucher nicht in großem Maße lukrativ ist. Die KFZ Steuer ist an den Gesamtkosten für die Unterhaltung eines Fahrzeuges nur zu fünf Prozent beteiligt.

Geht es nach dem Willen des Finanzministers, fällt der ursprünglich angedachte Steuervorteil durch das KFZ Wechselkennzeichen ohnehin weg. Dass könnte sich jedoch auch auf den Finanzhaushalt der BRD auswirken. Denn die Einführung des Wechselkennzeichens könnte sich nicht zuletzt aufgrund des Steuervorteils „psychologisch stimulierend“ auf die Kaufbereitschaft der Verbraucher auswirken, so Diez. Dies wiederum würde für weitere Einnahmen über die Mehrwertsteuer und eine Belebung des Geschäfts für Reparaturen und Wartung zur Folge haben.

(tei)

Weitere Artikel: