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Fahrgemeinschaft: Wer haftet, wenn’s kracht?

29.08.2012 - 16:53

Mfg – dieses Kürzel befindet sich nicht nur unter vielen Kurznachrichten und Briefen, sondern steht auch für eine alternative Art, mobil von A nach B zu gelangen. Mitfahrgelegenheiten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Arbeitskollegen pendeln  gemeinsam mit einem Auto ins Geschäft. Aber auch wildfremde Personen bieten freie Plätze auf Plattformen im Internet an.

So haben beide Seiten etwas davon. Die Mitreisenden bezahlen dem Fahrer einen Obolus zu den Spritkosten und kommen immer noch billig davon. Der Fahrer hält die Kosten für den eigenen Trip in Grenzen. Doch wie steht es um den Versicherungsschutz der Insassen, wenn es beispielsweise zu einem Unfall kommt?

Diese Frage beschäftigt viele, die bereits die Alternative Mitfahrgelegenheit ausprobiert haben oder es in Erwägung ziehen. Doch es kann Entwarnung gegeben werden:  Alle Insassen sind über die Kfz-Haftpflicht des Fahrzeugs versichert. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Fahrt zur Arbeit oder einen privaten Ausflug handelt.

Kfz-Haftpflicht springt für Schäden der Insassen ein

Kommt es zu einem Unfall, übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die entstandenen Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Das kann der Halter oder Fahrer des gegnerischen Wagens sein, aber auch der eigene Mfg-Partner. Das bedeutet: die Mitreisenden einer Fahrgemeinschaft sind in jedem Fall gegen eigene Schäden abgesichert. Anders sieht es beim Fahrer aus.

Besitzt er lediglich eine Kfz-Haftpflichtversicherung, sind eigene Schäden nicht mit versichert. Denn die Haftpflicht deckt nur Schäden Dritter. Wer als Fahrer eventuellen Ansprüchen der Mitfahrer auf Schadenersatz vorbeugen möchte, kann sich von ihnen vor Fahrtbeginn eine Haftungsverzichtserklärung unterzeichnen lassen. Diese sollte jedoch nur solche Ansprüche ausschließen, die eine Kfz-Haftpflicht nicht abdecken würde – etwa Unfallschäden nach grober Fahrlässigkeit.

Wer mit den Kollegen eine Fahrgemeinschaft zur Arbeit pflegt, ist über die Kfz-Haftpflichtversicherung hinaus zusätzlich durch die gesetzliche Unfallversicherung des Arbeitgebers versichert. Autofahrer, die oft fremde Personen mitnehmen, können auch eine zusätzliche Insassenversicherung abschließen. Doch die meisten dieser Leistungen sind mit der Kfz-Haftpflicht oder der Krankenversicherung der Mitfahrer abgedeckt.

Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvolle Ergänzungen

Daher ist es für Mfg-Reisende sinnvoller, zusätzlich eine private Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Diese greifen generell bei Unfällen in der Freizeit und bewahren den Versicherten durch die vereinbarten Leistungen im Versicherungsfall vor dem finanziellen Ruin, sollte er beispielsweise nach einem Unfall seinen Beruf nicht mehr ausüben können.

Fahrgemeinschaften basieren auf dem Non-Profit-Prinzip. Der Anbieter sollte im besten Fall seine eigenen Fahrtkosten decken können. Wer dagegen gewerbsmäßig Personen befördert, muss dies bei den zuständigen Stellen anmelden und bestimmte Bedingungen erfüllen. Auch die Kfz-Versicherung muss über die gewerbsmäßige Personenbeförderung informiert werden.

(srh)

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