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Urteil: Vollkasko muss Fahrzeugschaden durch Spurrillen bezahlen

23.02.2013 - 10:00

Nicht immer ist klar, ob ein Autounfall auch gleichzeitig ein Fall für die Kfz-Versicherung ist. Werden sich die Parteien – der betroffenen Autobesitzer und die Versicherungsgesellschaft – nicht einig, müssen oft Gerichte für Klarheit sorgen. Manchmal wird der Streit bis in die höchstmögliche richterliche Instanz getrieben – wie im vorliegenden Fall.

Ein Kläger war im Juli 2009 mit Auto und Wohnwagen auf der Autobahn unterwegs, als sein Gespann wegen tiefer Spurrillen ins Schleudern kam. Der Wohnwagen krachte gegen das Auto und beschädigte es stark. Doch seine Vollkaskoversicherung lehnte die Übernahme der Reparaturkosten ab. Begründung: Der Bums sei ein Betriebsschaden – und somit nicht Sache der Versicherung.

Zur Untermauerung verwies die Gesellschaft auf die vereinbarten Versicherungsbedingungen, in denen es heißt, dass "Schäden zwischen ziehendem und gezogenem Fahrzeug ohne Einwirkung von außen" nicht versichert sind.

Erst vor dem Bundesgerichtshof hat der Streit ein Ende

Das sah der versicherte Autofahrer freilich ganz anders und zog vor Gericht. Dort begann das Zickzack-Spiel. Sieg in der ersten Instanz, Niederlage in der zweiten. Nun mussten die Richter am Bundesgerichtshof eine Entscheidung herbeiführen. Sie wiesen das Berufungsgericht in die Schranken und gaben der Klage des Versicherten Recht.

Nach Auffassung der Bundesrichter in ihrem Urteil vom 19. Dezember 2012 kann ein Versicherungsnehmer unter einem Betriebsschaden eine normale Abnutzung des Fahrzeugs verstehen. Im vorliegenden Fall jedoch habe durch die schlechten Straßenverhältnisse eine Einwirkung von außen den Schaden herbeigeführt – und damit muss die Kfz-Vollkaskoversicherung zahlen.

(srh)

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