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Urteil: Zaun aus Autos ausreichender Schutz vor Dieben

20.02.2013 - 13:00

Ein Fahrzeughalter kann auch für seinen vorübergehend abgemeldeten Pkw im Rahmen einer Kfz-Teilkaskoversicherung umfassenden Versicherungsschutz bekommen. Allerdings muss diese Besonderheit auch explizit vertraglich festgelegt sein. Nicht wenige Kfz-Versicherungen bieten eine solche Möglichkeit an.

Ähnlich wie bei der Ruheversicherung eines Saisonkennzeichens muss das abgemeldete Auto jedoch auf einem umfriedeten privaten Abstellplatz untergebracht sein. Das kann eine Einzelgarage, ein Stellplatz in einer Tiefgarage oder ein Carport auf einem eingezäunten Grundstück sein. Dann haftet die Kfz-Teilkasko auch während dieser Zeit für Schäden am Fahrzeug des Versicherten, beispielsweise durch Einbruchdiebstahl.

Begriff „Umfriedung“ in Versicherungsverträgen oft nicht genau definiert

Wie genau eine solche „Umfriedung“ auszusehen hat, ist nicht exakt definiert. Kommt es zum Versicherungsfall, kann die schwammige Formulierung schnell zu Unstimmigkeiten zwischen dem geschädigten Versicherungsnehmer und seiner Kfz-Versicherung führen. Die Folge: Oft müssen Gerichte die Streitparteien mit einem Urteilsspruch zur Räson bringen ─ so beispielsweise auch das Oberlandesgericht Karlsruhe im März vergangenen Jahres.

Die Richter hatten zu entscheiden, ob auch eine Umfriedung aus anderen Autos den vertraglichen Verpflichtungen des Versicherungskunden genügte. Denn diese Barriere hatte einen Dieb nicht davon abgehalten, auf den ansonsten offen zugänglichen Hof zu marschieren und aus dem betreffenden Wagen ein teures Navigationsgerät zu entwenden.

Teilkaskoversicherung unterliegt vor Gericht und muss Schaden begleichen

Die betroffene Teilkaskoversicherung hatte sich mit dem Hinweis auf eine Obliegenheitsverletzung des Versicherten geweigert, den Schaden zu bezahlen. Nichts da, urteilten die Karlsruher Richter am 1. März 2012 zugunsten des Autohalters. Die Umfriedung aus Autos sei absolut ausreichend gewesen, da der Täter den Diebstahl so nur unter zusätzlichem Aufwand hatte begehen können. Die Obliegenheitsverletzung des Autobesitzers habe keinen Einfluss auf den eingetretenen Versicherungsschaden gehabt. Die Kfz-Versicherung musste den angezeigten Schaden daher begleichen.

(srh)

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