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Der Unterschied zwischen der Sachmängelhaftung und einer Gebrauchtwagengarantie

06.04.2013 - 12:00

Wer einen "Gebrauchten" von privat erwirbt, kauft die Katze im Sack. Garantieleistungen? Fehlanzeige. Anders sieht es da beim Gebrauchtwagenhändler aus. Er muss gegenüber einem privaten Kunden mindestens ein Jahr lang für Mängel am Wagen einstehen. 

Das machen die Händler nicht aus bloßer Nächstenliebe und Kundenpflege, sondern aufgrund der gesetzlich festgesetzten Sachmängelhaftung. Tritt ein Mangel auf, versucht so mancher Autohändler jedoch, sich mit einem Verweis auf die Gebrauchtwagengarantie aus der Affäre zu ziehen. Wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Möglichkeiten?

Die Sachmängelhaftung:

Die Sachmängelhaftung ist ein gesetzlich verankertes Recht und schützt den privaten Autokäufer. Sie gilt ein Jahr lang  ab Kaufdatum. Der gewerbliche Verkäufer haftet für alle Mängel am Fahrzeug, die bereits beim Kauf bestanden. Da diese nicht immer sofort bemerkt werden können, umfasst die Haftung in aller Regel alle  Schäden, die der Käufer dem Händler binnen sechs Monaten nach dem Kaufdatum meldet.

Der Händler muss Fehler kostenfrei beheben. Ein Ausschluss der Sachmängelhaftung seitens des Händlers ist nicht zulässig – auch wenn  manche Verträge Klauseln wie beispielsweise „gekauft wie gesehen“ oder „Fahrzeug wird unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft“ beinhalten.

Verkäufer darf nachbessern

Der Käufer muss dem Verkäufer aber auch die Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Die Reparatur darf er nicht einfach aus eigenem Antrieb in einer anderen Werkstatt durchführen lassen. In bestimmten Fällen – etwa wenn der gleiche Mangel auch nach mehreren Reparaturversuchen nicht abgestellt ist – kann der Käufer auch vom Kaufvertrag zurücktreten und sein Geld zurückverlangen oder eine nachträgliche Preisminderung durchsetzen.

Solche Fälle landen oft vor Gericht. Hier entscheiden die Richter  nach dem konkreten Einzelfall. Normalerweise muss sich der Verbraucher die Nutzung des Autos anteilig nach Zeit und gefahrenen Kilometern anrechnen lassen. Er bekommt also auch bei gravierenden Mängeln nicht den vollen Kaufpreis zurück.

Die Gebrauchtwagengarantie:

Die Garantie ist im Gegensatz zur Sachmängelhaftung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wird sie vom Händler offeriert, ist sie entweder bereits im Kaufpreis enthalten oder der Käufer kann den Schutz gegen einen Aufpreis zusätzlich erwerben.

Ansprüche des Kunden, die sich aus der gesetzlichen Sachmängelhaftung ergeben, werden durch eine Gebrauchtwagengarantie nicht tangiert. Die Möglichkeit zum Rücktritt vom Kaufvertrag oder einer Kaufpreisminderung ist bei einer Garantie normalerweise nicht vorgesehen.

Während die Sachmängelhaftung nur Mängel abdeckt, die bereits bei der Fahrzeugübergabe vorgelegen haben, ist es bei einer Garantie üblicherweise egal, wann der Mangel aufgetreten ist. Entscheidend ist nur, dass der Fehler innerhalb der Garantiefristen reklamiert wird.

Genauer Blick in die Garantiebedingungen wichtig

Eine Reparatur darf der Kunde in vielen Fällen auch von einer anderen Werkstatt durchführen lassen. Die genauen Bedingungen ergaben sich jedoch nur aus den jeweiligen Garantiebedingungen des Vertrags. Sie geben auch Aufschluss darüber, welche Obliegenheiten der Autokäufer hat, damit die Garantie greift.

Die Bedingungen besagen zudem, welche Fahrzeugteile versichert sind und ob eine Selbstbeteiligung des Käufers an den Reparaturkosten vereinbart wurde. Deshalb ist es für Käufer eines Gebrauchtwagens vor Abschluss einer Garantie entscheidend, sich das Vertragswerk eingehend durchzulesen, bevor der “Otto“ darunter gesetzt wird.

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(srh)

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