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Schadenersatz: Versicherungen zieren sich manchmal

30.01.2014 - 14:00

Ein Autounfall kann bei den Unfallopfern zu langfristigen Schäden führen. Nicht immer ist das Ausmaß kurzfristig abzuschätzen. Auch Jahre später können die Betroffenen noch oder wieder von den Folgen eingeholt werden und müssen sich erneut den daraus resultierenden körperlichen wie psychischen Problemen stellen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallfahrzeugs muss auch noch Jahrzehnte nach einem Schadensfall für etwaige Schadenersatzansprüche der Betroffenen aufkommen. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg in einem aktuellen Urteil bestätigt.

Schadensfälle vor Gericht.
Der Unfall liegt schon lange zurück. 1992 erlitt die Klägerin als Beifahrerin einen Autounfall. Bei Glatteis verlor der Lenker die Kontrolle über den Wagen, kam von der Straße ab, schleuderte gegen einen Baum. Die Klägerin wurde dabei schwer verletzt. Es dauerte damals vier Jahre, bis die Autoversicherung die Haftung übernahm und Schadensersatz bezahlte. In der Abfindungserklärung waren alle Schäden inbegriffen, die die Frau für die Zeit zwischen 1992 und 1996 geltend gemacht hatte.

Doch der Unfall hatte weitreichendere Folgen, die über diesen Zeitraum hinausgingen. Deshalb verlangte das Unfallopfer von der Kfz-Versicherung noch einmal einen finanziellen Ausgleich für die erst später zutage getretenen Benachteiligungen. Doch die Gesellschaft mauerte. Die Ansprüche seien verjährt, hieß es. Die Frau verklagte daraufhin die Assekuranz - mit Erfolg. Die Richter gaben ihrer Klage auf weiteren Schadenersatz statt.

Oberlandesgericht verurteilt Kfz-Versicherung zur Zahlung

Da die Versicherung damals grundsätzlich die Haftung für die Unfallfolgen anerkannt habe, sei dies einem Feststellungsurteil eines Gerichts gleich. Und das bedeutet, der Einwand der Verjährung ist hinfällig. Denn vor Gericht festgestellte Schadenersatzforderungen verjähren erst nach 30 Jahren.

Auch in anderen Fällen zeigen sich Kfz-Versicherer beim Thema Schadenersatz uneinsichtig. So berichtet etwa die Bild-Zeitung in ihrer Online-Ausgabe vom Dienstag von den Bemühungen einer Witwe um angemessenen Schadenersatz, deren Mann durch einen Geisterfahrer ums Leben kam. Die Frau fordert von der Versicherung die Zahlung von Unterhalt, die Gesellschaft lehnt ab. Der Fall ist laut Bild ebenfalls bei Gericht anhängig.

(srh)

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