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Unfallflucht: Schon harmlose Parkrempler können böse enden

20.03.2013 - 13:00

Unfallflucht - dieses Wort kann auf viele Situationen im Straßenverkehr zutreffen. Wer einen schweren Verkehrsunfall verursacht und einfach davonfährt, begeht klar Unfallflucht und macht sich strafbar. Hier sind die Meinungen sicher einhellig. Doch wie sieht es bei einem harmlosen Parkrempler aus? Ist doch eigentlich gar nichts passiert. Kleine Schramme, großer Aufwand – da lohnt es sich doch gar nicht, die Polizei zu verständigen oder den Halter ausfindig zu machen.

Hier nicken Sie bedächtig mit dem Kopf? Sie liegen falsch! Wer sich nach einem Verkehrsunfall – wie gering er auch erscheinen mag - einfach aus dem Staub macht, macht sich strafbar und verdaddelt damit unter Umständen auch seinen Kfz-Versicherungsschutz. Denn jeder Kfz-Versicherte ist verpflichtet, nach einem verursachten Schaden seiner Versicherung unverzüglich Meldung zu machen.

Kfz-Haftpflicht kann Versicherungskunde in Regress nehmen

Einfach einen Zettel unter den Scheibenwischer des beschädigten Autos zu klemmen oder erst am nächsten Tag bei Polizei und Versicherung anzuklingeln, reicht nicht. Die Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert zwar den Schaden des Unfallgegners, kann Sie als Verursacher jedoch hinterher in Regress nehmen. Das bedeutet, Sie müssen maximal 5.000 Euro Schadenersatz an die Versicherung bezahlen.

Mehr geht nicht, denn der deutsche Gesetzgeber hat eine Schmerzgrenze für den versicherten Autofahrer eingebaut. Allerdings steht es der Assekuranz frei, dem Unfallflucht-Früchtchen als Konsequenz den Vertrag aufzukündigen. Geschieht dies, hat es der Autofahrer unter Umständen schwer, einen neuen Versicherungsvertrag bei einer anderen Kfz-Versicherung abzuschließen.

Die Kfz-Vollkasko kann Leistung sogar ganz verweigern

Die Vollkaskoversicherung kann bei Unfallflucht ihre Leistungen – die Übernahme der Schäden am eigenen Wagen – teilweise oder sogar ganz verweigern. Dann kommen noch einmal Kosten für die Instandsetzung des eigenen Gefährts auf die Liste der Ausgaben hinzu.

Den rechtlichen Rahmen, ab wann von einem „unerlaubten Entfernen vom Unfallort“ gesprochen werden kann, legt Paragraf 142 der Straßenverkehrsordnung (StVO) fest. Die oberste Regel nach einem Unfall lautet: Sie müssen am Unfallort bleiben. Gibt es Verletzte, leisten Sie Erste Hilfe und rufen bei Bedarf den Notarzt. Angaben zum Unfall und der eigenen Beteiligung sind Usus, ebenso müssen Ihre Personalien aufgenommen werden. Am besten ist es, Sie informieren die Polizei. Diese übernimmt dann die Führung. Auf jeden Fall muss die Polizei nachträglich in Kenntnis gesetzt werden.

Bei Unfallflucht drohen Geld,- Freiheitsstrafen sowie Entzug des Führerscheins

Nicht immer sind die Unfallgegner Menschen und Autos. Haben Sie Bekanntschaft mit einem Baum gemacht, muss das zuständige Forstamt oder eine andere zuständige Behörde als „Herrchen“ des Unfallopfers informiert werden. Wer sich nicht an diese Spielregeln hält, hat mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Es drohen Geld- und Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren. Bei schweren Unfällen mit Fahrerflucht ist zudem schnell der Führerschein für ein ganzes Weilchen weg.

(srh)

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