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Fasching: Nur Narren setzen sich betrunken ans Steuer

25.01.2013 - 21:00

In weiten Teilen Deutschlands hat für die Faschingsnarren die fünfte Jahreszeit begonnen. Ein echter Karnevalist vertreibt böse Geister wie eisige Temperaturen am liebsten mit ordentlich Alkohol. Nach einer feucht-fröhlichen Faschingsfeier sollten sich Jecken aber auf keinen Fall betrunken hinters Steuer setzen. Denn neben der Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer drohen auch Führerscheinentzug, Punkte in Flensburg, Bußgelder und nicht zuletzt der Verlust des KFZ Versicherungsschutzes.

Was viele nicht wissen: Kommt es zum Unfall und Alkohol ist im Spiel, greift die „Trunkenheitsklausel“ der Haftpflicht: Die Assekuranz ist von ihrer Leistungspflicht befreit. Denn Alkohol sorgt für eine Fahruntüchtigkeit des Versicherten. Bei mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut geht die Rechtsprechung von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus.

KFZ Haftpflicht kann Versicherten in Regress nehmen

Was das für den Narren bedeutet? Die KFZ Haftpflichtversicherung muss zwar im ersten Schritt den entstandenen Schaden der Unfallgegner bezahlen, kann sich das Geld jedoch bis maximal 5.000 Euro im nächsten Schritt vom Schadenverursacher zurückholen. Ein ganz schön teures Vergnügen, zumal die KFZ Versicherung nach dem regulierten Schaden den Vertrag mit dem Trunkenbold kündigen kann. Er wird es in der Folge schwer haben, mit dieser „Erblast“ eine neue Autoversicherung zu finden, die ihn aufnimmt. Und wenn doch, werden meist hohe Risikoaufschläge verlangt.

Auch beim Kaskoschutz sehen die Versicherungsgesellschaften bei Alkohol rot und können sich auf ihre Leistungsfreiheit berufen. Dann erhält der trinkfreudige Versicherte im schlimmsten Fall keinen Cent von der Assekuranz, um die Schäden an seinem eigenen Fahrzeug reparieren zu lassen.

Beifahrer bleiben auf Entschädigungsansprüchen sitzen

Auch Beifahrer sollten schon aus eigenem Interesse darauf achten, dass ihr Fahrer nüchtern ist. Kommt es zu einem alkoholbedingten Unfall, bei dem die Mitfahrer verletzt werden, kann die KFZ Versicherung des Unfallschuldigen deren Entschädigungsansprüche wie etwa Schmerzensgeld kürzen. Grund: Wer zu einem Betrunkenen ins Auto steigt, gefährdet sich wissentlich selbst und ist deshalb für etwaige Verletzungen selbst verantwortlich.

Bußgeld, Führerscheinentzug und Punkte sind sowieso fällig

Neben der Gefährdung des KFZ Versicherungsschutzes hält der Gesetzgeber bei Alkohol am Steuer auch eine breite Strafpalette bereit. Wer beispielsweise Schlangenlinien fährt und kontrolliert wird, kann seinen Lappen schon bei 0,3 Promille los sein. Bei 0,5 Promille Alkoholkonzentration im Blut ist dann auch ohne Auffälligkeiten beim Fahrstil Schluss mit lustig - der Führerschein ist für bis zu drei Monate eingezogen und der Geldbeutel des Fasching-Fans um mindestens 500 Euro ärmer, das Punktekonto dagegen auf alle Fälle um vier Punkte reicher. Das kann die fröhliche Stimmung ganz schnell eintrüben. Wer auch noch einen Unfall baut, den erwarten noch härtere Strafen. Fahranfänger dürfen sich in der Probezeit gar nichts zu Schulden kommen lassen, Alkohol ist für sie ganz tabu.

(srh)

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