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Umfrage: Knappe Mehrheit der Deutschen für "Senioren-TÜV"

18.01.2013 - 13:00

Wer die Führerscheinprüfung bestanden hat, erhält bisher seinen Führerschein prinzipiell auf Lebenszeit. Diese Handhabung ist ab morgen, dem 19. Januar, passé. Grund ist die EU-weite Vereinheitlichung der Führerscheinregelungen. Bisher ausgestellte Führerscheine – egal ob als handliches Plastikkärtchen, rosa oder graue Klapppappe oder im DDR-Schick – haben dann ein Ablaufdatum und müssen anschließend neu ausgestellt werden.

Eine Verlängerung der Fahrlizenz erfolgt ohne erneute Fahrtauglichkeitsprüfung. Dabei befürworten laut einer aktuellen, repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Versicherungsgesellschaft Cosmos Direkt 58 Prozent der Befragten regelmäßige Kontrollen bei rüstigen Fahrern. Kaum überraschend sieht das Ergebnis bei den Befragten über 60 Jahren anders aus: Nur 17 Prozent sprachen sich dafür aus, dass sich Fahrer ihrer Altersgruppe einer Gesundheits- und Fahrtauglichkeitsprüfung unterziehen sollten.

Die Diskussion über die sogenannten „Rentnertests“ kocht seit Jahren immer wieder hoch. 2008 wagten etwa die Grünen einen Vorstoß im Bundestag. Der Vorschlag verbindlicher Gesundheitskontrollen für die Fahrtauglichkeit bei Senioren wurde damals abgeschmettert. Auch Anfang 2012 waren vorgeschriebene Checks im Rahmen des „Masterplans Verkehrssicherheit“ ein Thema – erfolglos.

Der ADAC als Interessenvertretung der Autofahrer plädiert für eine freiwillige Kontrolle seitens der betagten Führerscheinbesitzer. Ins gleiche Horn bläst Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Einen verpflichtenden „Rentner-TÜV“ lehnt er als Diskriminierung älterer Bürger ab. Er setzt auf die Einsicht der betroffenen Klientel und auf Menschen in deren Umfeld. Sie sollen den betagten Fahrzeuglenkern bei Zweifeln an der Fahrtauglichkeit davon abraten, sich weiterhin selbst hinters Steuer zu setzen.

Die Debatte kommt nicht von ungefähr, nimmt doch die Zahl der Autounfälle, an denen ältere Fahrer die Hauptschuld tragen, seit Jahren zu. Die KFZ Versicherer etwa haben auf diesen Trend bereits reagiert. Viele Assekuranzen stufen mittlerweile ältere Autohalter neben den Fahranfängern als Risikogruppe ein und verlangen teils saftige Risikoaufschläge auf die zu zahlende Prämien.

Lesen sie hier mehr zum Thema EU-Führerschein.

(srh)

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