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Umfrage: Autobauer setzen weiter auf bewährten Verbrennungsantrieb

11.01.2014 - 16:00

Quo vadis, E-Mobilität? Wenn es nach der Bundesregierung geht, geht es steil voran - ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, bis in Deutschland lauter CO2-neutrale Wägelchen herumstromern und Benziner wie Diesel nur noch Oldtimer-Status haben. Auch die großen Autobauer - so scheint es zumindest - werden so langsam elektrifiziert.

Kaum ein Autobauer, der nicht herausposaunt, emsig an einem E-Auto zu basteln. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) soll der deutsche Markt in den kommenden Jahren mit neuen E-Modellen geradezu überschüttet werden: 16 an der Zahl sollen allein 2014 den Kunden beglücken. Einen Ausblick auf die grüne Autofahrer-Zukunft in Großserienqualität bieten hierzulande beispielsweise bereits VW mit dem e-up! und BMW mit dem i3.

Entwicklung sparsamer Benzin- und Dieselmotoren hat Vorrang

Hinter verschlossenen Türen jedoch scheint den Managern der Autokonzerne das Umsatteln von Verbrennern auf alternative Antriebe schwer zu fallen. Denn auch wenn sich die von BMW kolportierte, drei Milliarden Euro schwere Investition in den i3 viel anhört - die großen Autobauer wollen ihr Geld auch künftig vor allem in die Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren stecken, den alternativen Antrieben kommt in den Zahlenspielen der Entscheider nur eine untergeordnete Rolle zu.

Das geht aus einer aktuellen Studie  der Bewertungsgesellschaft KPMG hervor. Dafür wurden weltweit etwa 200 Top-Manager aus der Automobilbranche (Hersteller, Zulieferer und Händler) hinsichtlich ihrer zukünftigen Prioritäten befragt. Drei von vier Autobauern der angestammten Autobau-Nationen in Europa, den USA und Japan wollen bis zum Jahr 2019 den Großteil ihrer Investitionen lieber in die Entwicklung sparsamerer Benzin- und Dieselaggregate stecken. Batterie, Hybrid, Wasserstoff, Pneumatik - alles nur Randerscheinungen.

Für die Konzerne ist diese Richtung logisch. Der Verbrennungsantrieb hat sich bewährt. Über Jahrzehnte wurden Leistung, Gewicht, Verbrauch und Schadstoffausstoß optimiert. Warum sollten die Autobauer also alles auf eine Karte setzen und viele Milliarden Dollar, Euro und Yen in die ungewisse Zukunft der E-Mobilitätszukunft stecken?

Die EU macht den Automobilkonzernen beim CO2-Ausstoß Druck

Zwänge bestehen derzeit allenfalls  bei den schärfer werdenden EU-Vorgaben hinsichtlich des herstellerseitig erlaubten CO2-Ausstosses der Fahrzeugflotten. Hier bietet es sich für die Konzerne an, die Umweltsünder in ihren Modellreihen mit wenigen CO2-neutralen Vehikeln ausgleichen zu können. Auch das Markenimage lässt sich mit grüner Auto-Technologie wunderbar aufhübschen oder ganz neu anpinseln.

Alternative zur Alternative E-Auto: die Brennstoffzellentechnik mit Wasserstoff

So positioniert sich der alte E-Auto-Hase Toyota - dessen erste Prius-Generation bereits 1997 vom Band lief -  dieser Tage erneut als Vorkämpfer in Sachen Öko-Auto. Auf der E-Messe CES in Las Vegas kündigte der Konzern an, bereits 2015 ein erstes Brennstoffzellen-Auto auf den Markt bringen zu wollen - zuerst begrenzt auf den US-Sonnenstaat Kalifornien mit seinen besonders strikten Abgasregeln. Betankt werde das Fahrzeugmodell mit Wasserstoff, aus dem Auspuff komme lediglich Wasserdampf, so Toyota bei der Präsentation.

Der Vorstoß zeigt, dass alternative Auto-Antriebe beileibe nicht auf E-Mobilität beschränkt sind. So traut der KPMG-Befragung zufolge ein Viertel der Befragten dem Brennstoffzellen-Antrieb die meisten Chancen zum Durchbruch zu - bei reinen E-Autos hingegen sind die Erwartungen skeptischer, nur jeder siebte Entscheider der Automobilbranche glaubt hier an den großen Siegeszug.

Auto-Manager räumen Hybridtechnik gute Marktchancen ein

Die größte Nachfrage auf der Kundenseite erwarten die Umfrageteilnehmer bei den als Brückentechnologie verschrieenen Hybridmodellen. Auf diese Technologie setzen vor allem die Autobauer aus der zweiten Reihe - Hersteller aus Russland, Indien oder China. Der Analyse des Beratungsunternehmens nach planen deren Manager, in den kommenden Jahren den Fokus vor allem auf reine E-Autos und Plug-In-Hybride zu legen.

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Update 15.01.2014 zur Brennstoffzellentechnik:

Konträr zu den Ankündigungen von Toyota, ein Auto mit Brennstoffzellentechnik bereits im kommenden Jahr auf den Markt bringen zu wollen, sieht das Beratungsunternehmen Roland Berger in einer neuen Studie auch in zehn Jahren noch keine großen Marktchancen für diese Technik. Grund ist die zu teure Herstellung der Membran-Elektroden-Einheit, die wesentlich  für die Umwandlung von Wasserstoff in elektrische Antriebsenergie ist.

Platin wird als Katalysator benötigt - das extrem teure Edelmetall treibt den Preis in die Höhe. Auch wenn die Autobauer die Herstellungskosten der Brennstoffzellelemente bis 2025 um 80 Prozent von derzeit rund 45.000 Euro auf 9.000 Euro drücken könnten, wäre dies laut Roland Berger immer noch zu viel, um ein markttaugliches Serienfahrzeug zu produzieren. Nur wenn das Edelmetall durch günstigere Alternativen ersetzt werden könnte, hat der Wasserstoffantrieb in Autos laut der Beratungsfirma eine Chance.

(srh)

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