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Brite soll mehr als eine Million Pfund für seine Kfz-Versicherung bezahlen

10.08.2013 - 12:00

"Englischer Humor, versteckte Kamera?" - Das muss sich Rhys Barker aus Manchester gedacht haben, als er online bei der Kfz-Versicherung Zenith den Beitragssatz für sein Auto ermitteln wollte. Nachdem der junge Mann seine Daten eingegeben hatte, machte der Kfz-Versicherer dem potenziellen Neukunden ein unglaubliches Angebot: Fast 1,17 Millionen britische Pfund sollte Barker die Jahresprämie kosten.

Er dachte an einen Systemfehler und rief die Hotline an. Der Kundendienst war freundlich und rechnete das Angebot noch einmal nach - mit dem gleichen Ergebnis, die 1,17 Millionen Pfund standen felsenfest und unerschütterlich. Seltsam kam das nur Barker vor, nicht aber der Versicherungsgesellschaft.

Barkers Auto rechtfertigt die millionenschwere Prämie nicht

Nun könnte es ja sein, dass Barker einen seltenen Oldtimer oder einen Rennwagen fährt. Dies würde die abartig hohe Summe vielleicht ansatzweise erklären und rechtfertigen. Teures Auto, teure Versicherung. Doch Barkers Wagen ist ein unscheinbarer, schwach motorisierter, weinroter Vauxhall Corsa - aus zweiter Hand und mit zehn Jahren auf dem Buckel.

Am Fahrzeug kann es nicht liegen. An Barker selbst aber auch nicht. Er hat ein Einkommen, arbeitet laut Daily Mail Online als Projektanalyst bei Manchester United. Vor zwei Jahren hat er seinen Führerschein gemacht, ist seitdem unfallfrei unterwegs und hat sich auch sonst nichts zuschulden kommen lassen.

Autoversicherung schreckt unerwünschte Kunden ab

Die Ursache scheint viel banaler zu sein. Die Kfz-Versicherung Zenith wollte Barker einfach nicht versichern. Doch wie in Deutschland besteht auch im Vereinigten Königreich eine Kfz-Haftpflicht. Autohalter müssen ihren Wagen versichern. Die Versicherungen müssen ihrerseits jedem potenziellen Kunden ein Angebot für einen Kfz-Haftpflichtschutz unterbreiten.

Bei der Preisgestaltung der Prämie jedoch sind sie anscheinend sehr frei. Doch es soll keiner behaupten können, die Mitarbeiter von Zenith hätten sich in dem Fall nicht voll ins Zeug gelegt. Hier wird nicht nur Elisabeth II. sondern  jeder Kunde königlich behandelt. Deshalb wurde dem perplexen jungen Autobesitzer angeboten, die Prämie in Raten zu bezahlen. Der erste Betrag belaufe sich auf 233.000 Pfund, für die weiteren elf Monate seien dann lediglich jeweils 104.000 Pfund fällig, wurde ihm telefonisch mitgeteilt.

Ein Zenith-Sprecher bestätigte den Vorfall. Mit der exorbitanten Summe wolle die Gesellschaft jedoch keinesfalls die Versicherungsbeiträge künstlich hoch setzen und damit Kunden vergraulen. Vielmehr zeige das System dem Nutzer damit, dass er aufgrund der ermittelten Risiken außerhalb der Versicherungsmöglichkeiten der Assekuranz liege.

Er frage sich, was die Versicherung gemacht hätte, wenn er ihr "Angebot" dennoch angenommen hätte, sagte Barker. Doch soweit ist es nicht gekommen. Der Besitzer des zehn Jahre alten, weinroten Vauxhall Corsa - Wert rund 1.500 Pfund - ist heute bei Bell versichert. Auch hier ist er von günstig meilenweit entfernt.

Bezahlbare Police durch Pay-as-you-Drive

Um eine bezahlbare Police zu bekommen, muss sich Barker aber auch bei seiner jetzigen Kfz-Versicherung gängeln lassen. In seinem Auto ist eine Black Box eingebaut, die der Versicherung jede seiner Bewegungen mit dem Auto und die Fahrweise übermittelt. Durch diese Pay-as-you-Drive-Methode wirkt sich das Fahrverhalten des Versicherungsnehmers direkt auf den Beitrag aus. Wer sicher fährt, zahlt weniger. Wer risikoreich unterwegs ist, wird mit einer hohen Prämie "bestraft".

Der Fall Barker zeigt, dass junge Autofahrer nicht nur bei den Kfz-Versicherungen in Deutschland als Kunden nicht besonders beliebt sind und mit hohen Risikoaufschlägen bei der Prämie "gemolken" werden. Dies kreidete auch Barker gegenüber britischen Medien an. Auch die statistischen Prämienbewertungen, etwa nach dem Wohnort des Versicherungskunden, hält der Brite für unsinnig.

(srh)

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