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Was bei der Probefahrt zu beachten ist

24.04.2013 - 12:00

Beim Kauf eines Autos – egal ob Neuwagen oder Gebrauchtfahrzeug – entscheiden letztendlich viele Kriterien über das Für und Wider eines Kandidaten: Marke, Nutzung, Anspruch, Ausstattung, Kosten. Ganz entscheidend ist am Ende jedoch immer der persönliche Eindruck, den wir als potenzieller Käufer bei einer ausgiebigen Probefahrt vom Wagen bekommen. Doch sind wir während der Spritztour überhaupt versichert? Was passiert bei einem Verkehrsunfall?

Hier ist grundlegend zwischen einem gewerblichen und einem privaten Verkäufer zu unterscheiden. Wird das Auto von privat feilgeboten, ist Vorsicht angebracht. Denn anders als bei einem Autohändler greift hier die sogenannte stillschweigende Haftungsfreistellung im Normalfall nicht. Das bedeutet: Der Kaufinteressent haftet während der Probefahrt für eventuell von ihm verursachte Schäden.

Ist der Wagen beispielsweise vollkaskoversichert, zahlen Sie als „Probefahrer“ bei einem Versicherungsschaden die vereinbarte Selbstbeteiligung. Auch für die folgende finanzielle Mehrbelastung des Halters durch die Höherstufung in seiner Schadenfreiheitsklasse müssen Sie aufkommen.

Beim Händler sind die Fahrzeuge in aller Regel umfassend versichert

Steht das Auto bei einem Autohändler zum  Verkauf, besteht in aller Regel eine Vollkaskoversicherung. Im Normalfall übernimmt der gewerbliche Verkäufer auch eine eventuelle Selbstbeteiligung, wenn der Versicherungsfall im Zuge einer Probefahrt eintritt.

Doch Achtung: Die Kfz-Versicherung des Händlers haftet lediglich bei leicht fahrlässigem Verhalten des Auto-Interessenten. Verursachen Sie einen Unfall und Ihnen wird grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen – weil Sie etwa betrunken gefahren sind   – müssen Sie für die Schäden selbst aufkommen.

Unklarheiten und Bedingungen vor der Probefahrt klären

Alle Unklarheiten sollten sowieso vor der Probefahrt mit dem Verkäufer geklärt werden, am besten schriftlich. Dann haben Sie hinterher keine Scherereien. Legen Sie beispielsweise fest, wie lange die Probefahrt dauern darf und wie viele Kilometer erlaubt sind.

Eine Probefahrt kann beispielsweise 30 Minuten dauern, manche Händler geben den Wagen aber auch bis zu zwei Tage zum Testen vom Hof. Wer die festgelegte „Kilometerfreimenge“ überschreitet, kann schnell zur Kasse gebeten werden. Schließlich soll eine Probefahrt nicht dazu genutzt werden, um günstig in den Kurzurlaub zu düsen oder die Verwandten in Buxtehude zu besuchen. Und werden Sie bei der Probefahrt geblitzt, zahlen Sie das Bußgeld, nicht der Verkäufer.

Ist die mobile Neuanschaffung etwa als Familienvehikel geplant, will eventuell jedes Familienmitglied mit Führerschein mal hinters Steuer und die Fahrqualitäten testen. Dann empfiehlt es sich, mit dem Verkäufer vorab den Fahrerkreis abzustimmen und alle Personen schriftlich festzuhalten. Auch ein beabsichtigter Check des Gebrauchtwagens bei einer der Prüfgesellschaften sollte dem Verkäufer vorher mitgeteilt werden. Ansonsten kann er Sie nach der Probefahrt für Schäden verantwortlich machen, die der Prüfer im Rahmen der Sichtung am Wagen verursacht hat.

Sichtbare Schäden am Auto dokumentieren

Apropos Schäden: Ein aufmerksamer Rundgang um das Auto vor der Fahrt ist ebenso unerlässlich. Sichtbare Macken und Dellen sollte der Kaufinteressent festhalten, im besten Fall mit der Kamera. Beherzigen Sie diese Tipps, sind Sie auf der sicheren Seite und können die Probefahrt auch wirklich genießen.

(srh)

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