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Sommer extrem - Hagel statt Sonnenschein: Kasko zahlt bei Sturmschäden

24.06.2013 - 20:00

Der Sommeranfang läuft vielerorts nicht wie erhofft. Statt Sonnenschein zeigt sich das Wetter derzeit oft von der garstigen Seite: Unwetter mit Regen, Sturm und Hagel sind keine Seltenheit. In Hagen etwa prasselten am vergangenen Donnerstag große Hagelkörner auf die Stadt nieder - tausende Autos hatten anschließend die "Beulenpest". In Teilen Baden-Württembergs entwurzelte der Sturm sogar uralte Bäume und ließ sie wie Streichhölzer auf Straßen, Wege  und geparkte Autos krachen. Autobesitzer mit einer Kaskoversicherung im Rücken bekommen die Sturmschäden reguliert.

Laut dem ADAC greift bei Unwetterschäden die Teilkaskoversicherung. Das gilt für wüste Hagelschäden (Beulen im Blech oder kaputtes Glas) ebenso wie für Beschädigungen durch Hochwasser, herabgefallene Ziegel oder Äste. Allerdings muss der Versicherte den Sturmschaden mit Angaben vom Wetteramt über die Stärke des Unwetters nachweisen. Erst ab der bestätigten Windstärke acht zum Zeitpunkt der Beschädigung muss die Assekuranz haften.

Liegt ein Hindernis schon auf der Straße, greift die Teilkasko nicht

Und es gibt noch weitere Einschränkungen: Wer etwa trotz Sturmwarnung mit dem Wagen unterwegs ist und beispielsweise mit einem bereits auf der Straße liegenden Baum oder großen Ast kollidiert, trägt für diesen Leichtsinn auch die Verantwortung - die Teilkasko zahlt dann nicht. In einem solchen Fall hilft nur eine Vollkaskoversicherung weiter.

Ähnliches gilt bei Hochwasser. Kommt das Wasser zum Wagen, so eine Faustregel, zahlt die Kaskoversicherung. Kommt dagegen das Auto zum Wasser, muss der Autofahrer aus eigener Tasche für den Wasserschaden am und im Fahrzeug geradestehen. Denn in diesem Fall hat er das Risiko billigend in Kauf genommen - und grob fahrlässig gehandelt.

Schäden am Auto gleich der Kfz-Versicherung melden

Schäden am Auto nach einem Unwetter sollten Sie in jedem Fall umgehend Ihrer Kfz-Versicherung mitteilen. Nur so kann eine zügige Bearbeitung des Vorfalls gewährleistet werden. Am besten dokumentieren Sie selbst die Schäden vor Ort bereits mit Hilfe von Fotos.

Greift bei einem Unwetterschaden Ihre Kfz-Teilkaskoversicherung, werden Sie anschließend nicht zurückgestuft. Der Grund: In der Teilkasko existiert das System der Schadenfreiheitsklassen nicht. Haben Sie jedoch eine Selbstbeteiligung im Schadenfall vereinbart, wird diese nun fällig. Die Versicherung zieht den festgelegten Betrag  bei der Regulierung von der Erstattungssumme ab.

Sammel-Begutachtungen nur bedingt empfehlenswert

Auf keinen Fall sollten Sie ohne Absprache mit Ihrer Kfz-Versicherung auf eigene Faust den Schaden reparieren lassen oder einen Gutachter mit der Schätzung beauftragen. Die Versicherungsgesellschaft hat das sogenannte Weisungsrecht, darf also bestimmen, wie weiter vorgegangen wird. Da nach einem heftigen Unwetter wie in den vergangenen Tagen gebietsweise meist gleich tausende kaskoversicherte Autos in Mitleidenschaft gezogen sind, bieten viele Versicherer geschädigten Autohaltern Sammel-Begutachtungen an. Wer schnell entschädigt werden und Geld sehen will, für den kann solch ein Massentermin eine gute Sache sein. Denn oft werden dann noch vor Ort Schecks ausgestellt.

Entpuppt sich der tatsächliche Schaden später bei der Instandsetzung in der Kfz-Werkstatt allerdings als teurer als angenommen, trägt der Versicherte die Differenz. Es kann sich daher lohnen, auf eine Einzel-Begutachtung zu bestehen.

(srh)

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