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Jede Menge Mängel: Studie zeigt hohe Fehlerquote moderner Autos auf

13.03.2013 - 13:00

Eine aktuelle Studie des Center of Automotive Management (CAM) hat sich der Rückruf-Quoten der Autobauer auf dem wichtigen US-Markt angenommen. Danach mussten im vergangenen Jahr vor allem die japanischen Hersteller im großen Stil nachbessern. Spitzenreiter Suzuki kommt der Studie zufolge auf eine Quote von stolzen 412 Prozent. Somit musste der Konzern statistisch betrachtet jedes auf dem US-Markt verkaufte Auto über viermal zurück in die Werkstätten holen. Auch die weiteren Nippon-Autoschmieden Toyota, Subaru und Honda bekleckerten sich nicht mit Ruhm. Bei den deutschen Herstellern erwischte es BMW am heftigsten.

2012 riefen die Münchener über 550.000 Fahrzeuge in den USA zurück, die Quote beträgt 160 Prozent. Unter anderem bescherten drohende Kurzschlüsse den Ingenieuren schlaflose Nächte und der Marke schlechte Presse. Die anderen deutschen Unternehmen lagen im Durchschnitt, belegt die CAM-Studie. Die wenigsten Nachbesserungen musste der VW-Konzern (nur drei Prozent aller ausgelieferten Fahrzeuge) und Daimler (sechs Prozent Rückrufquote).

Rückrufquote 2012 auf Rekordniveau

Generell lag die Rückrufquote laut dem CAM in den USA im vergangenen Jahr auf einem Rekordniveau. Insgesamt riefen alle Autobauer rund 15,6 Millionen Fahrzeuge zurück und behoben Fehler. Betroffen waren nicht nur Neuwagen, sondern auch Modelle älterer Baujahre. Wer nun denkt, die amerikanische Klientel sei bei heimischen Gewächsen nachsichtiger, täuscht sich. Auch wenn sich die Quoten der großen US-amerikanischen Autokonzerne im Mittelfeld bewegen, mussten Chrysler (81 Prozent), Ford (62 Prozent) und General Motors (57 Prozent Rückrufquote) ordentlich bluten und jeder für sich über eine Million Fahrzeuge zurück beordern.

Gründe für die vielen Mängel seien vor allem die zunehmende technische Komplexität der Autos, der immer raschere Entwicklungszyklus, steigender Kostendruck und damit einhergehend die Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer, was zu schlechterer Qualität der Teile führe, so Studienleiter Stefan Bratzel.

Auch im laufenden Jahr bereits hunderttausende Autos zwangsweise in den Werkstätten

Das zurückliegende Jahr stellt jedoch kein Ausnahmejahr dar. Auch in 2013 müssen die Autokunden ihre Wagen wegen gravierender Fehler schon wieder scharenweise in den Werkstätten abgeben. So ruft derzeit BMW weltweit rund 750.000 Autos zurück (Probleme mit der Stromversorgung), Toyota möchte offensichtlich seinen Rekord aus 2012 übertrumpfen. In diesem Jahr hat der Konzern allein auf dem US-Markt bereits über eine Million Fahrzeuge wegen möglicher defekte an der Steuerelektronik auf die Hebebühne genommen. Suzuki will sich nach dem Debakel 2012 ganz aus dem USA-Geschäft verabschieden.

Die Studie konzentriert sich besonders auf den US-amerikanischen Automarkt, da dieser besonders groß und damit für die Autokonzerne enorm wichtig ist. Dort herrschende strenge Sicherheitskriterien und das hohe Klagerisiko der Autobesitzer stellen einen aussagekräftigen Indikator für die Qualität der weltweit produzierten Autos dar. Die meisten Mängel in den USA waren der CAM-Studie zufolge auf Elektronikprobleme zurückzuführen, gefolgt von Mängeln beim Insassenschutz, am Antrieb, an der Lenkung, dem Fahrwerk und der Bremse.

(srh)

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