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Studie: Autofahren sollte noch teurer werden

16.03.2013 - 13:00

Der Autoverkehr in Deutschland "arbeitet" nicht kostendeckend. Die Allgemeinheit muss jedes Jahr Milliarden zuschießen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität (TU) Dresden. Die Analyse war von den Grünen im Europaparlament in Auftrag gegeben worden.

Die Forscher um Udo Becker, der an der TU den Lehrstuhl für Verkehrsökologie innehat, haben umfangreiches Datenmaterial zusammengetragen. Insgesamt betrachtete das die Entwicklungen in den 27 EU-Ländern. Die Bundesrepublik ist Spitzenreiter in der Statistik: Bis zu 88 Milliarden Euro kostet uns der Autoverkehr jedes Jahr. Heruntergebrochen ergibt dies, dass jeder Pkw im Jahr rund 2.100 Euro an ungedeckten Kosten auftürmt. Oder anders ausgedrückt: Jeder Autofahrer müsste 15 Cent je gefahrenen Kilometer zusätzlich als Pauschale abdrücken.

Auto-Steuern spülen dem Start jährlich rund 50 Milliarden Euro in die Kassen

Die Autofahrer zahlen der Studie zufolge über Mineralöl-, Mehrwert- und Kfz-Steuern im Jahr etwa 50 Milliarden Euro in die "Kfz-Kasse" ein. Es bleibt ein dickes Minus von 33 Milliarden Euro stehen, das auf jeden Steuerzahler umgelegt wird. Auf der Kostenseite haben die Forscher der Universität die Folgen von Unfällen, Lärm, Abgasen, Verschmutzung sowie Klimaschäden und die Belastungen durch die Autoproduktion notiert. Der Ausbau und Erhalt der Infrastruktur sind nicht eingerechnet.

Die Ergebnisse dürften Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die nach der Lkw-Maut auch eine entsprechende Abgabe für Pkw auf deutschen Autobahnen und Schnellstraßen fordern – bisher ohne sich genügend Gehör bei den politischen Entscheidern verschaffen zu können. Auch Studienleiter Becker bringt laut Zeit Online eine zusätzliche Schutzgebühr für Autofahrer ins Spiel, um die Deckungslücke zu schließen. Politisches Handeln sei dringend erforderlich.

Ausgaben der Autofahrer steigen seit Jahren

Damit dürfte sich Becker bei den Haltern der aktuell rund 43,4 Millionen zugelassenen Autos (Quelle: Kraftfahrtbundesamt vom 15. Februar) in Deutschland nicht gerade viele Freunde machen. Kennen doch die Ausgaben für das eigene Auto seit Jahren nur eine Richtung: die steil durch die Decke. Ein Umdenken und stärkere Nutzung von Alternativen wie öffentlichen Verkehrsmitteln Mitfahrgelegenheiten und Car-Sharing will der Studienleiter aber durch die Studienergebnisse gerade anregen.

(srh)

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