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In Kuba bleiben Neuwagen für die Bevölkerung unerreichbar

26.02.2014 - 08:00

Für die Touristen gehören sie zur Insel dazu - für viele ihrer Besitzer hingegen sind sie ein ständiges Ärgernis: die Oldtimer Kubas. Vor über 50 Jahren endete die freie Kfz-Einfuhr. Deshalb fahren heutzutage immer noch vor allem gewaltige amerikanische Straßenkreuzer der 40er und 50er Jahre auf Kubas Straßen herum. Seit diesem Jahr erlaubt die kubanische Führung wieder den Import von Neuwagen.

Das ist eigentlich ein Anlass zur Freude für die Bevölkerung, die es leid ist, die alten Dickschiffe immer wieder notdürftig zu reparieren. Doch die Realität sieht anders aus. Das Volk ist  sauer. Der Grund ist einfach und hängt am lieben Geld. Kaum einer kann sich tatsächlich ein Neufahrzeug leisten. Über 190.000 Euro kostet auf Kuba derzeit beispielsweise ein aktueller Peugeot 508 - nicht mehr als ein Mittelklassewagen. In Deutschland kann ihn jeder willige Käufer für unter 25.000 Euro sein Eigen nennen.

Bei durchschnittlich 15 Euro Monatslohn bleibt ein Neuwagen ein Traum

Bei den Neuwagenpreisen werden Oldtimer weiter Kubas Straßenbild prägen.
Der Durchschnitts-Kubaner verdient im Monat etwa 15 Euro - lachhaft, sich auszurechnen, wie lange er auf den neuen Franzosen sparen müsste. Die vorsichtige Öffnung Kubas ist das Werk Raul Castros. Seit sieben Jahren steht er in Vertretung seines Bruders Fidel an der Spitze des Landes. Seit dem 1. Januar darf sein Volk die Neuwagen in den wenigen ansässigen Autohäusern bestaunen - und theoretisch auch kaufen.

Die Öffnung des Kfz-Marktes ist nur ein Mosaikstein einer ganzen Reihe von Reformen. Fidels Bruder hat daneben auch Immobilienbesitz erlaubt, die Ausreisebestimmungen und die Hürden für Unternehmer auf der Insel gelockert. Mithilfe der Einnahmen aus den horrenden Neuwagenpreisen, so erklärt die Regierung Medienberichten zufolge, solle der öffentliche Personenverkehr ausgebaut werden. Viele Kubaner haben Angehörige im Exil. Wer auf eines der Neufahrzeuge schielt, kann es fast nur durch Geldspenden der Lieben aus dem Ausland bezahlen - Devisen, die die marode Staatswirtschaft dringend braucht.

(srh)

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