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MPU: Leichter Rückgang in 2012 - Alkoholvergehen stärkster Faktor

28.08.2013 - 12:00

Die Zahl der Medizinisch-Psychologischen Untersuchungen (MPU) hat 2012 im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen. Das teilte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) mit. Berücksichtigt wurden die Zahlen der in ganz Deutschland verteilten Begutachtungsstellen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 94.176 MPUs durchgeführt. Dies bedeutet gegenüber 2011 einen Rückgang von rund fünf Prozent. Die meisten Autofahrer (51 Prozent) mussten im vergangenen Jahr wegen Alkohol am Steuer zur Untersuchung. Drogen oder Medikamente waren bei 21 Prozent der Kandidaten die Ursache, an der Prozedur teilzunehmen. "Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol" folgte auf Rang drei.

Durchfallquote liegt bei über 37 Prozent

Der leichte Rückgang bei den Gesamtzahlen beruht laut BASt vor allem auf den rückläufigen Alkoholvergehen, die im Straßenverkehr aufgedeckt werden. Die Durchfallquote bei der MPU war - wie bereits in der Vergangenheit - auch 2012 hoch. 37,3 Prozent der Teilnehmer wurden nach der Untersuchung als ungeeignet für das Führen eines Kraftfahrzeugs eingestuft. Knapp sieben Prozent wurden immerhin als "nachschulungsfähig" eingestuft.

Die MPU-Teilnehmer kommen aus allen Schichten und Altersklassen. Ein bestimmter Typus lässt sich anhand der Daten nicht ausmachen. Das Medizinisch-Psychologische Gutachten dient der Straßenverkehrsbehörde als Indikator für die Fahrtauglichkeit einer auffällig gewordenen Person. Nach bestandener MPU bekommen Autofahrer ihre Fahrerlaubnis wieder erteilt.

Fahrerlaubnis kann nach Wartefrist erneut beantragt werden

Wer durchfällt, kann die Fahrerlaubnis trotzdem nach einiger Zeit erneut beantragen und wird dann noch einmal getestet. Klienten, die als nachschulungsfähig eingestuft werden, haben es leichter. Sie können an weiteren Seminaren teilnehmen und so ihre Fahreignung wiedererlangen.

Die Maßnahme der MPU wird in Deutschland seit 1954 angewandt und steht seitdem in der Kritik. Viele Autofahrer, die aufgrund von Verstößen dazu verdonnerst werden und nicht bestehen, beklagen nicht nachvollziehbare Bewertungen. Verkehrstherapeuten nehmen dagegen die mit der Durchführung der MPUs beauftragten Unternehmen ins Visier. Da einige der Firmen Tochtergesellschaften gegründet haben, die rund um die MPU weitere Dienstleistungen wie beispielsweise MPU-Vorbereitungskurse anbieten, wird in diesem Zusammenhang die Frage der Objektivität laut.

(srh)

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