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Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie: Kabinett will Spritverbrauch drosseln

13.06.2013 - 18:30

Der Verkehr in Deutschland verschlingt derzeit rund 30 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der Bundesrepublik. 90 Prozent des Treibstoffs wird aktuell noch aus Erdöl gewonnen. Zuviel, sagt die Bundesregierung. Am Mittwoch beschloss die Koalition deshalb in der sogenannten Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) eine massive Reduzierung des Verbrauchs auf deutschen Verkehrswegen.

Bei den Verkehrsmitteln hat das Kabinett vor allem Pkw, Lastwagen und Busse im Visier. Bis in sieben Jahren soll der Energieverbrauch im Verkehr nach dem Willen der Bundesregierung um zehn Prozent sinken. Im Jahr 2050 soll der Verbrauch gegenüber heute gar um 40 Prozent zurückgegangen sein.

Beim Pkw sieht Regierung am meisten Einsparpotenzial

Ein ehrgeiziges Ziel. Laut dem Strategiepapier aus dem Verkehrsministerium macht der CO2-Ausstoß durch den Straßenverkehr heute rund 20 Prozent der gesamten Umweltbelastung durch Kohlendioxid aus. Beim öffentlichen Personenverkehr mit Bus und Bahn sowie dem Transportgewerbe will das Kabinett aber nicht primär ansetzen. Es hat vielmehr den gemeinen Pkw ins Visier genommen. Das Auto soll Energiesparer im Verkehrssystem werden, geht aus dem Papier hervor.

Erreicht werden sollen die Ziele nicht etwa durch weniger Autos auf den Straßen. Dies wäre für die Autonation  Deutschland auch nur schwer verdaulich. Stattdessen sollen es verbrauchsärmere Fahrzeuge, alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff und die Brennstoffzelle sowie der Hoffnungsträger E-Auto richten.

Konkrete Maßnahmen der Politik sind im Strategiepapier jedoch Mangelware. Anreize zum Kauf von Elektroautos durch Prämien? Fehlanzeige. Ein klarer Anschub und Plan zum Ausbau etwa von Wasserstoff-Tankstellen? Das Problem soll fester in der Öffentlichkeit und der politischen Agenda verankert werden.

Strategiepapier und Wirklichkeit trennen teils Welten

Laut der MKS soll durch Biokraftstoffe die Abhängigkeit vom Erdöl reduziert werden. Nur: Auf EU-Ebene macht sich Deutschland nach der Kritik am massiven Ausbau des Anteils von Biokraftstoffen (Teller-oder-Tank-Diskussion) gerade für eine Obergrenze bei deren Produktion stark. Und beim CO2-Ausstoß sollen den Autoherstellern größere Spielräume bei den Grenzwerten ihrer Fahrzeugflotten ermöglicht werden - eine klare Linie sieht anders aus.

Die Erarbeitung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie geht auf eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2009 zurück. Federführende Behörde ist seitdem das Verkehrsministerium. Im Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sollen Strategien für neue Mobilitätskonzepte- und Richtlinien entworfen werden und die Frage der fossilen Kraftstoffe diskutiert werden.

(srh)

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