0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Ein langer Weg zum perfekten Autonamen

13.09.2013 - 12:00

Sie fahren einen Ford Fokus, einen Toyota Yaris oder vielleicht einen Fiat Punto? Da sind Sie nicht allein. Doch haben Sie sich schon einmal Gedanken über den Namen Ihres Automodells gemacht? Wahrscheinlich eher nicht - auch hier gehören Sie sicher zur Mehrheit der Autofahrer. Ganz anders sieht es bei den Automobilkonzernen aus. Interne wie externe Spezialisten tüfteln monatelang den perfekten Namen für ein neues Modell aus.

Bei einem Baby müssen sich nur die Eltern auf einen Namen einigen - und können im Zweifel auch gleich mehrere wählen. Autobauer haben es da schwerer. Das neue Fahrzeug soll nicht nur eine gefällige Formensprache aufweisen, sondern die Kundschaft auch klanglich betören - international und über alle Schichten und Altersgruppen hinweg. Schwierig? Ja. Unmöglich? Nein.

Autokäufer verbinden mit dem Namen intuitiv bestimmte Merkmale, die das Auto aufweist. Dabei ticken die Kunden beileibe nicht alle gleich. In einer Umfrage hat die deutsche Agentur Nomen International ermittelt,  worauf die Autofahrer abfahren. Die Spezialisten aus Düsseldorf kreieren seit Jahren für verschiedene Automobilhersteller Modellnamen für deren Fahrzeuge.

Beim Thema Autonamen werden Klischees bedient

Das Ergebnis bedient Klischees: Männer wollen kraftstrotzende und "technoide" Bezeichnungen wie Venator, Polestar oder Bugster. Frauen stehen auf reisefreudige und gesellige Gefährte, die beispielsweise Sunbeat, Kedra oder Friend-me heißen.

Generell sind Frauen bei der Namensgebung kreativer als ihre männlichen Pendants. Das ergab eine Studie von Ende 2012. Im Auftrag des Versicherers CosmosDirekt waren Autofahrer nach den Spitznamen für ihre Gefährte befragt worden. Danach gaben immerhin 13 Prozent der Teilnehmerinnen ihrem Auto einen eigenen Namen - bei den Männern waren es nur fünf Prozent.

Jüngere mögen's englisch, Ältere lateinisch

Auch das Alter der Fahrer macht sich bei den Vorlieben in Sachen Autonamen  bemerkbar. Jüngere Semester finden englische Namen wie Surf, Rocks oder Mighty hip. Im fortgeschrittenen Alter dürfen es dagegen gediegene Ausdrücke lateinischen Ursprungs wie Gloria sein.

Wer weiß - vielleicht begegnet uns schon bald einer dieser Namensvorschläge auf dem Heck eines neuen Automodells wieder. Doch auch wenn intern bei Daimler, Toyota und Co. ein Favorit feststeht, stehen noch umfangreiche Checks an. Wichtig sind vor allem rechtliche Aspekte. Sind die Namensrechte noch frei? Auch die weltweite Sprachvielfalt hat ihre Tücken - wie einige Konzerne bereits schmerzlich erkennen mussten.

Wer will schon einen "Wichser" fahren?

Denkt sich hierzulande niemand beim Anblick eines Mitsubishi Pajero etwas, will im spanischsprachigen Raum niemand in einem "Wichser" gesehen werden. Franzosen mögen Toyotas MR2 scheiße (merde) finden und der e-tron von Audi - ein Leuchtturm der Automobiltechnik - heißt bei unseren Nachbarn so viel wie  Kothaufen.

Namens-Fettnäpfchen lauern überall. Da ist im Vorteil, wer seine Baureihen nur mit einzelnen Buchstaben und Zahlen durchnummeriert - etwa BMW und teilweise auch Peugeot, Mercedes und Audi.

Was fährt der FDP-Wähler, welches Auto ein Grüner?

Schöne Namen oder schnöde Zahlenkombinationen - kurz vor der Wahl wird empirisch auch die Verbindung Auto und Partei unter die Lupe genommen. So hat das Unternehmen YouGov in dieser Woche herausgefunden, dass FDP-Wähler in der Mehrheit nicht etwa Jaguar oder Porsche, sondern schnöde Ford fahren. SPD-Sympathisanten stehen auf VW, CDU-ler sitzen am liebsten in einem Opel. Und Anhänger der Grünen wie der Linken? Trabi und Fahrrad sind out, es lebe die Ford-Modellpalette.

(srh)

Weitere Artikel: