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KFZ Versicherungsschutz beim Verleih des Autos

09.11.2012 - 17:12

Ihr Wagen ist deutschen Autobesitzern seit jeher lieb und teuer. 83 Prozent würden ihn dennoch an Familienmitglieder und Freunde verleihen. Dies hat eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag eines deutschen Versicherungsunternehmens unter rund 1.000 Autonutzern ergeben. Damit der KFZ Versicherungsschutz auch gewahrt ist, wenn fremde Personen hinter dem Steuer sitzen, sollte der Fahrerkreis in der Police entsprechend erweitert werden.

Sonst kann es bei einem Schaden schnell teuer werden. Verursacht ein nicht in der Police eingetragener Fahrer einen Versicherungsschaden, übernimmt die Gesellschaft zwar die Haftung und reguliert den Schaden, der Halter muss im Nachgang jedoch zuvor eingesparte Beiträge nachzahlen.

KFZ Versicherung kann Vertragsstrafe verhängen

Gibt der Versicherte an, das Auto lediglich selbst zu fahren, zahlt er im Schnitt deutlich weniger Prämie, als wenn er den Fahrerkreis um weitere Personen erweitert. Verursacht jedoch ein nicht eingetragener Fahrer einen Versicherungsschaden, wird es für den Halter teuer. Die Assekuranz berechnet dann für die zurückliegende Versicherungsdauer gewissermaßen den zusätzlichen Fahrer nach und stellt dem Autobesitzer die Mehrkosten in Rechnung. Zusätzlich kann die Versicherung dem Halter auch eine saftige Vertragsstrafe aufbrummen. Die kann auch gerne einem kompletten Jahresbeitrag entsprechen.

Sowohl in der KFZ Haftpflicht als auch mit einem Vollkaskoschutz muss der Fahrzeughalter darüber hinaus damit rechnen, dass der regulierte Schaden – wenn auch von fremder Hand verursacht – Auswirkungen auf seine Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) und die damit verbundenen Rabatte haben wird. Die Assekuranz stuft den Halter in eine niedrigere SF-Klasse zurück - ein höherer Beitrag ist die Folge.

Kein Kaskoschutz: Zahlt der Fahrer den Schaden?

Problematisch wird es, wenn für das verliehene Auto keine Kaskoversicherung besteht. Dann bleibt der Halter nach einem Unfall durch den nicht eingetragenen Verursacher auf  dem Schaden am eigenen Wagen sitzen – und muss sehen, ob sich seine Großzügigkeit beim Verleih auszahlt und der Fahrer finanziell für die Reparatur mit aufkommt. Die Privathaftpflichtversicherung des Fahrers greift in diesem Fall nicht.

Deshalb ist es für Autobesitzer sinnvoll, sich bereits vor dem Vertragsabschluss zu überlegen, wer den Wagen nutzen darf. Dabei gilt grundsätzlich: Je mehr Personen fahren dürfen, desto höher fällt in aller Regel die Versicherungsprämie aus. Oft spielt dabei auch das Alter des jüngsten eingetragenen Fahrers eine Rolle bei der Höhe der Versicherungsprämie. Fahranfänger etwa stellen für den KFZ Versicherer unter anderem aufgrund ihrer fehlenden Fahrpraxis ein erhöhtes Versicherungsrisiko dar. Dies sichern sich die Gesellschaften normalerweise über einen Beitragsaufschlag ab.

Ein undefinierter Fahrerkreis ist die sicherste Variante

Wer offen lassen möchte, wem er seinen Wagen ausleiht, kann auch einen undefinierten Benutzerkreis bei der KFZ Versicherung angeben. Damit ist er auf der sicheren Seite. Wer seinen Privatwagen gegen Entgelt an Fremde verleiht – in deutschen Großstädten wie Hamburg werden solche Modelle bereits auf Online-Plattformen angeboten – sollte dies in jedem Fall seiner KFZ Versicherung mitteilen und gegebenenfalls eine höhere Prämie in Kauf nehmen, um auch weiterhin einen umfassenden Versicherungsschutz zu genießen.

(srh)

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