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Der feine Unterschied zwischen Fahrzeughalter und Versichertem

05.10.2012 - 17:01

Häufig gehen Autofahrer davon aus, dass in der Autoversicherung Halter und Versicherungsnehmer ein und dieselbe Person sein müssen. Das ist auch der gängige Fall. Wer ein Auto besitzt, versichert es in der Regel auf seinen Namen. Doch der überwiegende Teil der Autoversicherungsgesellschaften ermöglicht auch eine Abweichung von Halter und Versicherungskunde.

Dieses Modell ist zum Beispiel innerhalb von Familien beliebt, um die Versicherungsbeiträge für Fahranfänger zu senken. Bei der sogenannten Zweitwagenversicherung versichern etwa die Eltern den Wagen des Sohnes oder der Tochter neben ihrem eigenen Auto bei ihrer Versicherung. Der Vorteil: Die mitunter hohen Rabatte der Eltern gelten anteilig oder sogar in vollem Umfang auch für das Zweitfahrzeug.

Der Halter zahlt die Kfz-Steuer und mögliche Strafzettel

Das lässt die Kfz-Versicherungsprämie purzeln. Natürlich muss der Nachwuchs mindestens als Fahrer im Versicherungsvertrag eingetragen sein, um sein Auto auch selbst nutzen zu können. Darüber hinaus kann er auch Halter sein. Der Fahranfänger zahlt dann automatisch die fälligen Kfz-Steuern und ist bei Ordnungswidrigkeitsverstößen mit dem Auto der erste Ansprechpartner für die Behörden. Fährt jemand mit dem Auto zu schnell und wird geblitzt, bekommt der Halter den Bußgeldbescheid zugestellt.

Auch Personen ohne verwandtschaftliche Beziehungen können sich ein Auto „teilen“: Der eine ist Halter, der andere Versicherungsnehmer. Im Normalfall akzeptieren die Autoversicherungen diese Unterscheidung problemlos, sie kann jedoch zu Prämienaufschlägen führen. Mit einem Online-Versicherungsvergleich lässt sich einfach und schnell eine günstige Kfz-Versicherung berechnen.

Urteil: Halter muss nicht zwangsläufig Kfz-Versicherungsprämie zahlen

Die mögliche Unterscheidung zwischen Halter und Versichertem ist jedoch offenbar nicht allen Autoversicherern geläufig. So verklagte ein Versicherungsunternehmen den Halter eines bei ihm mit einer vorläufigen Deckung versicherten Wagens, nachdem dieser die Prämie nicht bezahlte. Das Landgericht Heidelberg wies die Klage jedoch mit der Begründung ab, in diesem Fall seien Halter und Versicherungsnehmer nicht identisch. Das Gericht widersprach damit der Überzeugung der klagenden Kfz-Versicherungsgesellschaft, dass Halter und Versicherter grundsätzlich nicht zwei verschiedene Personen seien könnten.

Für die Richter war der Fall klar: Die Autoversicherung hatte schlicht den Falschen verklagt. Sie hätte statt des Halters den Versicherungsnehmer vor Gericht bringen müssen.

(srh)

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