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Kfz-Versicherungstipps für Fahranfänger - damit nach dem Kauf des ersten eigenen Autos keine böse Überraschung droht

08.10.2009 - 22:28

Für über 1,5 Millionen Deutsche wurde im Jahr 2008* eine neue Fahrerlaubnis erteilt. Für viele von ihnen kam nach der Freude über den Führerschein und das erste eigene Autos der Schock über die Preise bei der Kfz Versicherung.

Denn die Prämien für Versicherungsnehmer, die das erste Mal ein Fahrzeug versichern und zudem noch nicht lange über einen Führerschein verfügen, sind in der Regel sehr hoch. Obwohl die Versicherer zumindest für die Haftpflichtversicherung gesetzlich dazu verpflichtet sind, nehmen viele ungern Fahranfänger an. Ob Frauen oder Männer, das ändert in der Regel zumindest preislich nichts.

Der Grund liegt in der Schadenhäufigkeit bei Fahrfängern. Nach Angaben des ADAC waren 2007 zwar nur 10% der Autofahrer unter 25 Jahre alt, sie verursachten aber 24,5 % aller Unfälle mit Personenschaden und 30,5% derer mit Todesfolge. Außerdem wurden 41% der Unfälle mit unangepasstem Tempo und 33,5% derer unter Alkoholeinfluss von Fahrern unter 25 verschuldet.

In der Regel stufen Assekuranzen Fahranfänger in die Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) 0 ein, was  bei vielen Versicherern 230 Prozent des Beitragssatzes entspricht. Bei der Versicherung eines fünf Jahre alten Polo IV in der Stadt München kann die Versicherung dann durchaus bei 2.100 Euro** im Jahr oder sogar wesentlich höher liegen. Ein Betrag, den sich kaum ein junger Fahrer leisten kann.

Ein Versicherungsnehmer, der sein Auto zum ersten Mal zulässt, aber schon seit über drei Jahren in Besitz eines Führerscheins ist, wird von den Versicherungen in der Regel in SF ½ eingestuft. Das bedeutet, dass er nur noch etwa 120 bis 130 Prozent des Versicherungsbeitrags bezahlen muss, was in unserem Beispiel einer Prämie von ca. 1.400 Euro** entspricht.

Wie auch ein Fahranfänger in der SF-Klasse ½ einsteigen kann

Doch auch für Fahranfänger gibt es zwei Möglichkeiten direkt in SF ½ einzusteigen: Zum einen zeigen sich manche Versicherungen kulant und stufen Fahranfänger besser ein, wenn bereits die Eltern ihre Fahrzeuge dort geschützt haben. Zum anderen kann ein Elternteil den Wagen des Kindes als Zweitwagen anmelden. Wenn dann das Kind, das jünger als 23 Jahre ist, als Fahrer eingetragen wird, erhält das Elternteil für seinen Zweitwagen automatisch die SF-Klasse ½.

Nicht sinnvoll ist dagegen die Übertragung des Schadenfreiheitrabatts von älteren Verwandten, die nicht mehr Auto fahren. Denn es kann immer nur so viel Rabatt übernommen werden, wie sich der neue Versicherungsnehmer selbst schon „verdient“ hätte. In diesem Fall würde der junge Fahrer trotzdem in die SF-Klasse 0 oder ½ eingestuft und der Rabatt verschenkt werden.

Hohes Sparpotential: Wagen durch ältere Verwandte/Bekannte ohne eigenes Auto versichern

Egal ob der Führerscheinneuling sein Auto selbst anmeldet oder es als Zweitwagen über seine Eltern läuft – eine bessere SF-Klasse als ½ wird ein Fahranfänger im Normalfall nicht erreichen. Nur eine Chance besteht: Hat der junge Fahrer einen Verwandten oder Bekannten, der selbst kein Auto mehr nutzen möchte und sich bereiterklärt, den Wagen des Fahranfängers zu versichern, können beinahe ¾ des Ausgangspreises von über 2.000 Euro gespart werden.

Der Verwandte mit der günstigen SF-Klasse müsste den Wagen auf sich anmelden, als Halter und Versicherungsnehmer in den Papieren stehen und den Fahranfänger lediglich als Hauptnutzer eintragen. So liegt der Preis bei unserem Beispiel dann nur noch bei ca. 430 Euro jährlich. Allerdings kann der Versicherungsnehmer keinen weiteren Wagen auf sich zu lassen, sonst würde wieder der Fall der Zweitwagenregelung eintreten und ein Wagen die Klasse SF ½ erhalten.

Spartipps abseits der SF-Klasse

Doch auch unabhängig von der SF-Klasse kann ein Fahranfänger bei der Wahl seiner Versicherung einiges sparen. Es gilt zum Beispiel auf folgende Details zu achten:

Angebote von mehreren Versicherungen einholen: Jede Assekuranz verhält sich bei der Versicherung von jungen Fahrern anders. Deshalb ist vor allem bei Anfängern eine sehr hohe Preisspanne vorhanden, die teilweise mehrere tausend Euro betragen kann. Ein Kfz Versicherungsvergleich lohnt sich.

Spezial-Tarife für junge Fahrer: Sparen kann man auch mit speziellen Angeboten für junge Fahrer. Zum Beispiel wird Jugendlichen zwischen 17 und 22 Jahren bei manchen Assekuranzen ein Tarif angeboten, der es ermöglicht, mit einer einmaligen Pauschale alle beim Unternehmen versicherten Autos der Familie (z.B. der Eltern, Geschwister und Großeltern) zu nutzen.

Beim Autokauf auf die Typklasse achten: Fahrzeugtypen, die vor allem von jungen Fahren gefahren werden, sind häufig in teure Typklassen eingeordnet, da mit diesen Autos häufiger Unfälle verursacht werden. Es lohnt sich also, vor dem Kauf auf die jeweilige Typklasse zu achten, die man beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (www.typlklasse.de) einsehen kann.

Das Fahrzeug möglichst vor dem 01. Juli des laufenden Jahres versichern: Wenn der Wagen mindestens sechs Monate (also mindestens seit dem 01. Juli) versichert war, wird der Versicherungsnehmer bereits im darauffolgenden Jahr eine SF-Klasse besser eingestuft.

Fahrsicherheitstraining absolvieren: Viele  Versicherer bieten jungen Fahrern bessere Konditionen, wenn diese nachweisen können, dass sie ein offizielles Fahrsicherheitstraining durchlaufen haben.

Am begleiteten Fahren teilnehmen: Wer seinen Führerschein mit 17 Jahren macht und das erste Jahr in Begleitung seiner Eltern oder anderer Erwachsener fährt, erhält häufig von Beginn an SF ½.

Online bei Direktversicherer abschließen: Im Vergleich zu den Service-Versicherern mit Maklern und Büros, sind die Prämien der Direktversicherer bei einem Online-Abschluss häufig niedriger, da keine Kosten für Mitarbeiter und Miete anfallen.

Fahren nach Vorschrift: Wer sich im Straßenverkehr nichts zu Schulden kommen lässt, spart sich nicht nur Strafen und Punkte in Flensburg, sondern in der Regel auch Geld bei seiner Versicherung.

Rabatte nutzen: Verschiedene Rabatte können die Prämie einer Kfz-Versicherung günstiger machen, zum Beispiel ein Garagenrabatt oder ein Alleinfahrerrabatt. Sie müssen allerdings wahrheitsgemäß angegeben werden, andernfalls ist die Versicherung im Schadenfall nicht verpflichtet, zu leisten.

Bei älteren Autos auf Vollkasko durch Gebrauchtwagenkasko ersetzen: Wer für sich für seinen bereits älteren Wagen die Vollkaskoversicherung sparen will, kann bei manchen Assekuranzen auf eine sogenannte Gebrauchtwagenkasko zurückgreifen, die sowohl eine Teilkasko als auch Teile der Leistungen einer Vollkasko mit einschließt, aber wesentlich günstiger ist als eine Vollkasko.

Hinweis:

Weitere interessante Informationen für Fahranfänger und über begleitetes Fahren ab 17 finden Fahranfänger auf der Seite autoversicherungen-vergleich.net.

*(Quelle: Kraftfahrtbundesamt) **Rechenbeispiel (06.10.2009): VW, Polo 1.2; 55 PS (40 KW); 1198 ccm; BJ 2005 – 2007, Erstzulassung: 01.06.2005, geplante Zulassung 01.12.2009 in 80335 München, VN = Halter, Barkauf, private Nutzung, abgestellt auf nicht absperrbaren Privatgrund, jährliche Kilometerleistung: 9.000km, Erstfahrzeug, kein Saisonkennzeichen, keine Punkte in Flensburg, keine Kinder im Haushalt, Bahncard50, ADAC Mitglied, VK/TK 300/150 Euro Selbstbeteiligung, jährliche Zahlung, mit Werkstattbindung

(eko)

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