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Kfz-Versicherer wollen bei Glasschäden sparen

19.07.2012 - 16:24

Die deutschen Kfz-Versicherer wollen ihre Kosten bei Glasschäden eindämmen. Einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ zufolge, sehen mehrere der größten Assekuranzen in Deutschland in diesem Bereich Einsparpotenzial. Eine Option der Versicherer könnte die Einführung einer Selbstbeteiligung bei Glasschäden sein. Dies hätte wahrscheinlich zur Folge, dass sich die Autobesitzer die Reparatur eines Defekts in der Autoscheibe zweimal überlegen.

Bisher übernimmt die Kaskoversicherung die Kosten für Ausbesserungen in der Windschutzscheibe in der Regel komplett. Das geht ins Geld. Allein Carglass als Branchenprimus der deutschen Autoglaser hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 800.000 Glasschäden an Fahrzeugen behoben. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft sind rund drei Viertel aller gemeldeten Kaskofälle Glasschäden.

Versicherer beklagen stark ansteigende Glasschadensfälle

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der regulierten Glasschäden in der Kfz-Versicherung nach Brancheninformationen insgesamt stark angestiegen. Branchenkenner führen dies unter anderem auf die verstärkte Werbeaktivität der führenden Autoglaser zurück. Um die hohen Kosten zu senken, denken die Kfz-Versicherer Medienberichten zufolge über künftige Änderungen in den Policen nach. Die ersten Assekuranzen haben einem Bericht der „Welt“ zufolge bereits reagiert. In den Versicherungsverträgen der Hannoveraner VHV und der R+V-Gruppe seien Klauseln eingebaut, die vor der Glasreparatur eine Genehmigung der Arbeiten durch die Versicherung vorsehen.

Gibt der Kunde ohne Zustimmung des Versicherers den Auftrag zur Beseitigung des Schadens, muss die Versicherung so nicht regulieren. Ob sich dieses Modell oder ähnlich gelagerte in der Breite durchsetzen werden, bleibt abzuwarten. Die Kfz-Versicherer äußern sich bislang zu ihren Überlegungen hinsichtlich der Kosteneinsparungen bei Glasschäden nur sehr vage. So sagte die Allianz gegenüber der „Welt“, sie beobachte die Entwicklungen am Autoglasmarkt und werde daraus gegebenenfalls Handlungsoptionen ableiten. Der Versicherer Zurich äußerte sich in ähnlicher Weise.

Eine neue Scheibe geht auch für den Versicherten ins Geld

Das Harzen oder Austauschen von Fahrzeugscheiben kostete die Versicherungsbranche nach eigenen Angaben rund 1,3 Milliarden Euro. Eine Ausbesserung der Scheibe mit Spezialharz ist dabei mit durchschnittlich 100 Euro deutlich günstiger als der Austausch. Oft raten die Autoglaser den Kunden jedoch zum Komplettaustausch. Der Zeitung „Die Welt“ bestätigte beispielsweise Matthias Rolinski, Deutschland- Marketingchef von Carrglass, eine Ausbesserungsquote von 40 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Carrglass bei 60 Prozent der Glasschäden eine neue Scheibe einsetzt.

Nach Aussage von Rolinski liege der Branchenschnitt bei den Ausbesserungen sogar nur bei 20 Prozent. Willigen die Kunden in den Scheibenaustausch ein, ist der Service der Autoglaser für sie nicht mehr kostenlos. Die Kfz-Kasko übernimmt zwar die Kosten, die Versicherten werden jedoch über die Selbstbeteiligung an den finanziellen Belastungen beteiligt.  Je nach Tarif und Assekuranz liegt die Selbstbeteiligung üblicherweise zwischen 150 und 500 Euro, so „Autobild“ in einem kürzlich veröffentlichten Bericht.

(srh)

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