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Betrugsmasche bei Glasschäden kostet KFZ Versicherer Millionen

30.07.2012 - 17:50

Gut eine Milliarde Euro geben deutsche KFZ Versicherer pro Jahr für die Regulierung von Glasschäden aus. Aufgrund der hohen Kosten denken einige KFZ Versicherer aktuell laut über Kostensenkungsmaßnahmen nach. Im Gespräch ist eine Selbstbeteiligung bei Teil- und Vollkasko für Glasschäden. Die hohen Kosten der Branche sind jedoch zum Teil hausgemacht. 

Die zunehmende Automatisierung bei der Schadensabwicklung und unvorsichtige Autobesitzer machen es Betrügern leicht, mit fingierten Rechnungen im großen Stil abzukassieren. Bevorzugt suchen die Täter im Internet nach Auto-Inseraten, in denen sie das Nummernschild erkennen können. Ein Interesse heuchelnder Anruf beim Verkäufer – schon haben sie die Daten des Besitzers sowie alle notwendigen Informationen zur KFZ Versicherung. Damit geben sie sich bei der Assekuranz als Autoglaser aus, reichen eine fingierte Glasreparaturrechnung ein und legen zusätzlich eine gefälschte Abtretungserklärung des Kunden bei. Das reicht aus - die Versicherung überweist in der Regel anstandslos die geforderte Summe auf das Konto der Abzocker.

Betrugsfälle werden nur durch Zufall erkannt

Die Fälschungen kämen nur durch Zufall ans Licht, so Detlef Burgartz, Experte für Versicherungsbetrug, in einem Beitrag des WDR. Die maschinelle Bearbeitung spiele den Tätern in die Hände. Zudem seien die Rechnungen professionell gestaltet. Der Schwindel fliegt nur auf, wenn Ungereimtheiten auftreten. Hat sich ein Kunde etwa verpflichtet, einen Glasschaden nur von bestimmten Werkstätten beheben zu lassen, kontaktiert ihn die Assekuranz, wenn die Rechnung von einem anderen Unternehmen kommt. Und hat am anderen Ende der Leitung nur zu oft einen überraschten Verbraucher, der von einem Schaden in seiner Autoscheibe gar nichts weiß.

Versicherer wie die Zurich Group haben bereits auf die kriminellen Machenschaften reagiert. Spezielle Teams untersuchen Glasreparaturrechnungen nach Betrugsanhaltspunkten und fragen bei Verdacht bei den betroffenen Versicherungskunden nach. Wie hoch der Schaden durch die Betrugsmasche ist, kann angesichts der hohen Dunkelziffer nicht bestimmt werden. Experten gehen jedoch pro Jahr von Millionenbeträgen aus. Und die Versicherer geben die finanziellen Belastungen an die Kunden in Form von Beitragsanpassungen oder – wie derzeit diskutiert – möglicherweise durch eine direkte finanzielle Beteiligung der Kunden weiter.

Fahrzeughalter sollten diese Tipps beachten

  • Vor einer Reparatur mit dem Versicherer in Kontakt treten
  • Darauf achten, welche Dokumente beim Autoglaser unterschrieben werden
  • Autointeressenten gegenüber keine konkreten Angaben zur Autoversicherung machen
  • Darauf achten, dass keine Glasreparaturen im Sichtfeld der Windschutzscheibe durchgeführt werden
  • Auf die Größe des Schadens  achten. Er darf nicht größer als 5 Millimeter sein, Sprünge nicht länger als 50 Millimeter
(srh)

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