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Hochwasser - was zahlt die Kfz-Versicherung?

12.06.2013 - 08:00

Immer noch bangen die Bewohner ganzer Städte und Gemeinden, ob die Dämme gegen das Hochwasser halten und sie verschont bleiben. Andere hatten nicht so viel Glück: Ihre Wohnungen, ihr Hab und Gut ist Opfer der Fluten geworden. Das gilt auch für überspülte Autos - abgestellt am Straßenrand, auf Parkplätzen, in Garagen. Beim Anblick der ramponierten und triefnassen Karossen fragen sich die gebeutelten Besitzer: Wer soll das bezahlen? Ist mein Auto überhaupt noch zu retten oder reif für die Schrottpresse? Wir haben Antworten auf Ihre Fragen.

Wer eine Kfz-Kaskoversicherung abgeschlossen hat, kann aufatmen: Die Teilkasko übernimmt die Flutschäden am Auto. Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Assekuranz, das beschleunigt den Vorgang. Ist der Wagen noch zu retten, bezahlt die Versicherung die notwendigen Reparaturkosten, um den Wagen wieder in den Zustand vor der Flutkatastrophe zu versetzen. Im Zweifel wird ein Gutachten erstellt. Doch in vielen Fällen ist nichts mehr zu machen.

Völlig geflutete Fahrzeuge sind meist Totalschäden

Stand das Wasser zu hoch im Fahrzeuginneren und im Motorraum, ist das Auto meist ein Totalschaden. Um dies herauszufinden, braucht es fachkundigen Rat. Deshalb rät der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) betroffenen Autohaltern, in jedem Fall eine Kfz-Werkstatt aufzusuchen.

Kann der Wagen wieder instand gesetzt werden, zahlt der Versicherte lediglich die optional mit der Teilkaskoversicherung vereinbarte Selbstbeteiligung. Wird das Auto dagegen als Totalschaden eingestuft, erstattet die Assekuranz den sogenannten Wiederbeschaffungswert. Das bedeutet, Sie erhalten den Betrag, der notwendig ist, um ein vergleichbares Auto mit dem Alter, der Ausstattung und der Kilometerleistung wie Ihr altes auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu kaufen.

Im besten Fall erstattet die Kfz-Versicherung den Neuwertpreis

War der überschwemmte Wagen noch recht neu, kann es - je nach Vertragsbedingungen - auch sein, dass die Kfz-Versicherung den Neuwertpreis ausbezahlt. In jedem Fall wird von der Summe noch der Restwert des alten Wagens abgezogen - also das Geld, das Sie beim Schrotthändler noch für das blecherne Flutopfer bekommen. Die Bergungs- und Abschleppkosten allerdings muss der Autobesitzer selbst bezahlen. Es sei denn, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Sie besitzen einen Kfz-Schutzbrief. Dann sind diese Services für Sie gratis.

Die Kfz-Versicherungen übernehmen aber nicht jeden gemeldeten Hochwasserschaden. Hat der Versicherungsnehmer grob fahrlässig gehandelt, ist sein Versicherungsschutz in Gefahr - die Assekuranz kann die Übernahme der Kosten ganz oder teilweise verweigern. Wer beispielsweise eine überflutete Straße oder Unterführung trotzdem nutzt und dadurch das Auto beschädigt, kann sich nicht herausreden und muss unter Umständen selbst für den Schaden geradestehen. Das gilt ebenso für alle Autofahrer, die ihren Wagen trotz öffentlicher Warnhinweise nicht rechtzeitig aus Hochwassergebieten auf sicheres Terrain gebracht haben, so der ADAC.

Wasser bis zur Radnabe ist meist machbar

Wer - als ehrenamtlicher Helfer oder betroffener Bewohner - in Hochwassergebieten gezwungenermaßen mit dem Auto unterwegs ist, sollte ebenfalls einige Regeln beachten. Können überschwemmte Passagen nicht umfahren werden, wagen Sie sich nur langsam vorwärts. Bis zur Radnabe, so eine Faustregel, droht Ihnen und Ihrem Wagen normalerweise noch keine Gefahr von den Fluten. Dann bleiben sowohl Innen- als auch Motorraum trocken. Ist das Wasser tiefer, wird es problematisch. Der Motor kann im wahrsten Sinne des Wortes absaufen, Motorblock und Zylinderkopf können reisen. Außerdem sitzt der Fahrer selbst dann schnell im Nassen und steckt fest.

(srh)

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