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Kfz-Haftpflichtversicherung: Auch Arbeitgeber und Krankenkasse können nach einem Unfall Schadenersatzansprüche stellen

14.02.2013 - 17:12

Auf deutschen Straßen kracht es tagtäglich dutzende Male. Ist die Schuldfrage geklärt und der erste Schock verdaut, haftet die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers für Blechschäden am Wagen des Unfallgegners. Auch Personenschäden sind weitreichend über die Autohaftpflicht abgedeckt. Was geschieht jedoch, wenn nicht nur der  andere Autofahrer in Mitleidenschaft gezogen ist, sondern auch beispielsweise dessen Arbeitgeber, weil er ihm für die Zeit der Genesung das Gehalt fortzahlen muss?

In diesen Fällen können auch mittelbar Geschädigte Schadenersatzansprüche an die Kfz-Haftpflichtversicherung stellen. Da der Arbeitgeber praktisch der Rechtsnachfolger des geschädigten Versicherten ist, soweit es etwa die Rückforderung von Krankenbezügen betrifft, muss er sich allerdings alle Einwände anrechnen lassen, die auch den Anspruch des Mitarbeiters schmälern. So wirkt sich zum Beispiel auf den Ersatzanspruch des Arbeitgebers ein Mitverschulden seines Arbeitnehmers an dem Unfall genauso aus wie für diesen selbst – der Schadenersatz fällt durch die Teilschuld geringer aus.

Kleine Betriebe können Ansprüche ihrerseits abtreten

Damit der Arbeitgeber etwaige Fristen für die Anmeldung von Ansprüchen gegen den Versicherer nicht versäumt, muss ein Beschäftigter daher dem Unternehmen einen Unfall mit allen relevanten Details wie den Unfallhergang und die Namen der Beteiligten unverzüglich mitteilen. Kleine Betriebe bis 30 Mitarbeiter können sich eine mühsame Schadenregulierung durch einen Kniff oft ersparen: Bekommen sie bei einem Ausfall der Beschäftigten den gezahlten Lohn von der Krankenkasse erstattet, können sie ihre Ansprüche an den Kfz-Versicherer ihrerseits an die Krankenkasse des betroffenen Arbeitnehmers abtreten. Das Karussell dreht sich also flugs weiter.

Allerdings kann die Krankenkasse nur den Betrag vom Versicherer zurückfordern, den sie auch tatsächlich in Form des Erstattungssatzes an den Arbeitgeber ausbezahlt hat. Dieser beträgt in aller Regel nicht die volle Lohnhöhe. Die Krankenkasse kann darüber hinaus weitere Ansprüche an die Kfz-Versicherung stellen, etwa für Behandlungskosten der beim Unfall verletzten Personen.

(srh)

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