0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Urteil: Kfz-Haftpflicht muss kaputten Laptop nicht bezahlen

23.08.2013 - 12:00

Für viele urbane Menschen gehören Laptop oder Tablet heute zum täglichen Leben genauso dazu wie der Latte Macchiato am Morgen oder die Lieblingsserie per Stream am Abend. Das Gerät ist Arbeitsmittel, Lifestyle-Produkt, Statement und Kommunikationsmittel in einem. Schlimm nur, wenn das gute Stück bei einem Autounfall kaputt geht.

Das dachte sich auch der Beifahrer eines Wagens, dessen Fahrer einen Verkehrsunfall verschuldet hatte. Von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeugs wollte er deshalb den Wiederbeschaffungswert des erst ein Jahr alten Geräts in Höhe von 650 Euro erstattet bekommen.

Kfz-Haftpflicht will nicht zahlen

Doch die Assekuranz weigerte sich. Für Gegenstände, die lose im Auto transportiert werden und bei einem Unfall beschädigt oder zerstört werden, müsse sie nicht haften, beschied die Versicherungsgesellschaft dem Laptop-Besitzer.

Dieser fand das gar nicht komisch und zog gegen den Konzern vor Gericht. Doch das zuständige Landgericht Erfurt gab nach der Beweisaufnahme letztlich der beklagten Kfz-Haftpflichtversicherung recht.

Anspruch ist grundsätzlich gegeben, aber…

Nach dem Straßenverkehrsgesetz hat der Mann zwar grundsätzlich einen Anspruch auf Schadenersatz für seinen zerstörten tragbaren PC. Allerdings kann nur für Dinge, die Autoinsassen direkt am Körper bei sich tragen, eine Entschädigung verlangt werden. Das sind beispielsweise Handys, Brillen oder das Portemonnaie.

Ein Laptop jedoch, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung, ist schon allein wegen seiner Größe und Unhandlichkeit nicht als Gegenstand einzuordnen, den eine Person üblicherweise immer bei sich trägt. Deshalb wiesen die Richter die Klage des Unfallopfers als unbegründet ab.

(srh)

Weitere Artikel: