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Grobe Fahrlässigkeit – Muss die Kfz Versicherung zahlen?

26.11.2010 - 16:31

Bei Unfällen, die durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurden, können Autofahrer einen Teil ihres Versicherungsschutzes verlieren. Im sechsten Teil der Kfz Versicherung Serie liefern wir Ihnen einen Überblick über grobe Fahrlässigkeit und die eventuellen Konsequenzen für Ihre Kfz Versicherung.

Eine exakte Definition für den Begriff „Fahrlässigkeit“ zu finden, ist schwierig. In der Regel spricht man im Bereich der Kfz Versicherung von Fahrlässigkeit, wenn ein Unfallverursacher nicht die nötige Sorgfalt im Verkehr aufgebracht hat.

Gemeinhin wird zwischen drei verschiedenen Formen von Fahrlässigkeit unterschieden: Bewusste, unbewusste und grobe Fahrlässigkeit. Bewusst fahrlässig handelt beispielsweise ein Autofahrer, der einem anderen Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt nimmt. Er ist sich in diesem Moment zwar bewusst, dass dadurch ein Unfall verursacht werden kann, jedoch rechnet er nicht damit. Viele kleinere Delikte, wie etwa Unfälle beim Ein- und Ausparken, fallen unter die Kategorie der unbewussten Fahrlässigkeit.

Grobe Fahrlässigkeit kann den Versicherungsschutz einschränken

Grobe Fahrlässigkeit liegt etwa vor, wenn Autofahrer die gebotene Sorgfaltspflicht im Straßenverkehr in besonderer Weise vernachlässigen. Beispiele hierfür sind etwa das Überfahren einer roten Ampel, Telefonieren am Steuer (ohne Freisprechanlage) und Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Auch wer seine Wertsachen in einem öffentlich geparkten Cabrio deponiert, handelt grob fahrlässig.

Wer durch grobe Fahrlässigkeit einen Unfall verursacht, verliert zwar nicht den kompletten Schutz seiner Kfz Versicherung, muss aber zumindest damit rechnen, dass ihn die Assekuranz an der Erstattung des entstandenen Schadens beteiligt. Das Versicherungsvertragsgesetz von 2008 sichert jedem Versicherungsnehmer zumindest den Anspruch auf teilweisen Schadenersatz zu – auch bei grober Fahrlässigkeit. Dabei werden immer die jeweiligen Umstände berücksichtigt, um feststellen zu können, ob überhaupt ein Fall von grober Fahrlässigkeit vorliegt. Hierbei entstehen meist die größten Differenzen zwischen den Versicherungsgesellschaften und ihren Kunden. Dass es sich hierbei um eine Grauzone handelt, beweisen die vielen, teils stark unterschiedlichen Gerichtsurteile.

In vielen Fällen verzichten die Kfz Versicherer sogar auf einen Einwand der groben Fahrlässigkeit, solange der Schaden nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen verursacht wurde oder ein Diebstahl durch grobe Fahrlässigkeit erleichtert worden ist. Bei vorsätzlich herbeigeführten Schäden bleibt die Assekuranz in jedem Fall leistungsfrei.

Lesen Sie am Montag, den 29.11.2010, in Teil 7 unserer Kfz Versicherung Serie, alles über die Unterschiede von Rabattretter und Rabattschutz bei Ihrer Kfz Versicherung.

(tei)

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