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Geisterfahrer: Opfer können auf die KFZ Versicherung bauen

20.12.2012 - 18:17

Ende November kam es auf der A5 bei Offenburg zu einem folgenschweren Unfall mit sechs Toten. Ein betrunkener 20-Jähriger war in falscher Fahrtrichtung unterwegs und raste frontal in einen entgegen kommenden Minivan. Der Geisterfahrer und alle fünf Insassen des Vans starben. Dies ist kein Einzelfall: Immer wieder kommt es durch Geisterfahrer zu schweren Unfällen. Die Vorstellung, mit einem Geisterfahrer zu kollidieren, ist daher sicher für viele Autofahrer ein Alptraum.

Zwar verursachen Geisterfahrer nur einen Bruchteil aller Unfälle auf deutschen Straßen - doch wenn es wegen ihnen kracht, sind die Folgen meist dramatisch. Laut dem Bundesverkehrsministerium gibt es jedes Jahr rund 1.700 Meldungen über Falschfahrer – das sind gut vier pro Tag. Der ADAC nennt in einer aktuellen Pressemeldung vom 20.12.2012 für dieses Jahr bereits 1.900 Falschfahrermeldungen. Klaus Reindl, Leiter des ADAC-Rundfunkstudios, sprach im Heute Journal des ZDF am 19. November von bis zu 700 Falschfahrten jährlich.

Rund 20 Verkehrstote pro Jahr durch Geisterfahrer

Laut dem Club sterben jedes Jahr etwa 20 Verkehrsteilnehmer durch Geisterfahrer. Eine Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen kommt zum  Ergebnis, dass 0,3 Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf Autobahnen durch Geisterfahrer verursacht werden. Allerdings wurde die Erhebung lediglich für sechs Bundesländer erstellt und ist somit nicht auf das gesamte Bundesgebiet übertragbar.

 

Genaue Zahlen und Studien zu Geisterfahrten fehlen jedoch bis dato. Laut dem Bundesverkehrsministerium wird zwar bei Unfällen auf Autobahnen der Grund „Zusammenstoß mit einem Fahrzeug, das entgegenkommt“ statistisch erfasst, darunter fallen jedoch auch Unfälle auf Rastanlagen und in Baustellenbereichen, wo die Fahrbahnen nicht durch Leitplanken voneinander getrennt sind.

KFZ Versicherung des Falschfahrers entschädigt die Unfallopfer

Sind Autofahrer Opfer eines Geisterfahrers geworden, muss zuerst der Schock verdaut werden. Meist ist der Wagen Schrott, Verletzungen der Insassen müssen behandelt werden. Es dauert, bis die Wunden verheilt sind und alles im besten Fall wieder seinen gewohnten Gang gehen kann. Doch wer haftet eigentlich für die Folgen einer Geisterfahrt? Werden die Opfer finanziell entschädigt?

 

Hier greift die KFZ Versicherung des Falschfahrers. Der Haftpflichtschutz deckt sowohl die entstandenen Sachschäden am Auto wie auch erlittene Personen- und Vermögensschäden ab. Der Gesetzgeber schreibt für diese Bereiche jeweils eine Mindestdeckungssumme vor.

Deckungssummen in Millionenhöhe

Viele Kfz-Versicherungen bieten jedoch standardmäßig höhere Deckungssummen. Ist die Schuldfrage geklärt, erhalten die Opfer die ihnen zustehenden Entschädigungssummen von der Versicherungsgesellschaft ausbezahlt. Somit kann den Unfallgegnern eines Geisterfahrers zumindest ein finanzieller Ausgleich geboten werden.

Maßnahmen zum Schutz vor Geisterfahrer werden erprobt

Um die Zahl der Geisterfahrten künftig zu verringern, wird derzeit in einem Pilotprojekt entlang der Autobahnen 3, 8 und 94 mit großen neongelben Warntafeln experimentiert, die an den Auffahrten entgegen der Fahrtrichtung platziert sind. Diskutiert werden auch technische Lösungen in den Fahrzeugen, die die Insassen rechtzeitig vor heranbrausenden Falschfahrern warnen sollen. Solche Falschfahrer-Radargeräte sind in Japan bereits im Einsatz.

Was Autofahrer in der konkreten Situation beachten sollten

Fest in die Fahrbahn der Auffahrten eingelassene Krallen, wie sie beispielsweise in Österreich verbaut sind, werden in Deutschland im Kampf gegen Geisterfahrer wohl nicht zum Einsatz kommen: Zu hoch sind die Kosten, zu anfällig die Technik, zu groß die Bedenken von Experten und Politikern. Ist ein Geisterfahrer auf ihrer Fahrbahn unterwegs, sollten Sie nach Auskunft des ADAC äußerst rechts fahren, nicht überholen und langsam fahren.

 

Geraten Sie selbst in die Situation, als Falschfahrer unterwegs zu sein, sollten Sie sofort Licht und Warnblinker einschalten, an den nächstgelegenen Fahrbahnrand fahren und den Wagen dort abstellen. Gehen Sie hinter die Leitplanke in Sicherheit und alarmieren Sie umgehend die Polizei über die Situation. Unterlassen Sie gefährliche Wendemanöver auf der Fahrbahn, um wieder „in die richtige Spur“ zu kommen.

(srh)

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