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Fiat verleibt sich Chrysler gänzlich ein

16.01.2014 - 08:00

Fiat und Chrysler - passt das zusammen? Geht es nach Sergio Marchionne, dem Boss des großen italienischen Autokonzerns, auf alle Fälle. Dieser Tage gaben die Italiener bekannt, den US-amerikanischen Autobauer komplett übernehmen zu wollen. Schon seit Jahren hält Fiat die Mehrheit an Chrysler. Die restlichen Unternehmensanteile sind derzeit noch in der Hand von Veba, einem Pensionsfond, der laut der Automobilwoche der US-Autogewerkschaft UAW nahesteht.

Dies soll sich bis zum 20. Januar geändert haben. Bis zu diesem Datum plant Fiat, die restlichen Chrysler-Anteile von Veba übernommen zu haben. Der Deal soll den Italo-Autobauer insgesamt 4,35 Milliarden US-Dollar (rund 3,16 Milliarden Euro) kosten. Damit würde der neue Konzern zum siebtgrößten Autobauer weltweit aufsteigen.

2009 rettete Fiat den insolventen Autobauer Chrysler

2009 drohte der Untergang Chryslers, der Konzern musste Insolvenz anmelden. Fiat sprang damals in die Bresche und half mit frischem Geld. Dafür bekamen die Italiener 58,5 Prozent der Anteile am Konzern. Mit dem bevorstehenden Deal wird das Fiat-Imperium weiter wachsen. Die Konzerngruppe soll nach der erfolgreichen Übernahme auch einen neuen Namen erhalten. Das sagte Marchionne der Zeitung La Repubblica - ohne ihn zu verraten.

Auch die Frage des Sitzes des neu erschaffenen Autokonzerns ist wohl noch offen. Zur Debatte - die im Fiat-Verwaltungsrat entschieden wird - stehen Mailand oder New York, die Börsenplätze Italiens und der USA. Laut der Onlineausgabe der Welt spricht jedoch einiges dafür, dass sich der Sitz künftig in den USA befinden wird. Chrysler spielt zwar in Europa derzeit bei den Absatzzahlen eher eine Nebenrolle - in den USA hingegen wächst die Marke seit fast vier Jahren ununterbrochen. Im Gegensatz dazu kämpft Fiat seit der Finanzkrise im Euro-Raum massiv um Marktanteile. Die Werke sind nicht ausgelastet, die Arbeiter haben des Öfteren zwangsweise frei.

Fiat braucht neue Modelle mit Innovationskraft

Die Fusion wird demnach vor allem Fiat nützen. Doch der Zukauf von Automarken allein wird kaum reichen, um den Konzern langfristig konkurrenzfähig zu halten. Neue Modelle und Innovationen müssen her. Erfolg hatte Fiat zuletzt mit der Neuauflage des Klassikers Fiat 500. Die Knutschkugel verkauft sich gut - neu und innovativ ist aber anders. Statt die Palette der Hausmarke zu vergrößern, schätzen die Redakteure der Welt, dass Fiat seine Modellauswahl weiter eindampfen wird.

Ähnlich wird es der einstigen Luxusmarke des Konzerns, Lancia, ergehen. Marchionne kündigte an, die Marke nur noch innerhalb des Mutterlandes vertreiben zu wollen - und auch dort beschränkt auf das Modell Ypsilon. Anders sähe hingegen der Fahrplan bei der Tochter Alfa Romeo aus. Hier sollen ab Frühjahr 2014 neue Modelle auf den Markt kommen, die das angeschlagene Image der Marke wieder aufpolieren sollen. Schützenhilfe soll Technik von Maserati und Ferrari leisten.

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(srh)

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