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Versicherer: Junge Autofahrer leben besonders gefährlich

18.09.2012 - 22:00

Junge Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahre zahlen im Schnitt aufgrund ihrer fehlenden Fahrpraxis nicht nur mehr Kfz-Versicherungsbeiträge als ältere Autofahrer, sie haben auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei Unfällen zu tragen. Dies hat die Unfallforschung des Gesamtverbands der deutschen Versicherer (GDV) herausgefunden. Dafür werteten die Fachleute umfangreiche Daten aus 2011 aus.

Nach Angaben des statistischen Bundesamts in Wiesbaden verunglückten im vergangenen Jahr fast 75.000 Personen in der genannten Altersgruppe im Straßenverkehr. Laut dem GDV waren darunter 522 junge Männer und Frauen  – ein Anteil von fast 26 Prozent an den insgesamt 1.986 Verkehrstoten 2011. Dabei stellen sie nach Verbandsangaben lediglich acht Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland.

Alte Autos bergen hohe Verletzungsgefahr bei Unfällen

Somit sterben auf deutschen Straßen überproportional viele Fahranfänger in ihren Autos. Auch die Zahl der jungen Schwerverletzten ist sehr hoch. Diese Tatsachen sind auf mehrere Gründe zurückzuführen. So hat der GDV ermittelt, dass junge Fahrer sehr oft ältere Fahrzeuge mit sieben Jahren und mehr auf dem Buckel fahren. Der Grund ist einfach: Diese Wagen sind modellunabhängig im Vergleich zu neuen Fahrzeugen finanziell erschwinglich.

Doch sie sind bei der Sicherheitstechnik nicht auf dem neuesten Stand, es fehlen oft ABS, ausreichend Airbags oder ESP. In Autos vor Baujahr 1997 sei das Risiko für die Insassen, bei Unfällen schwer verletzt zu werden, viermal größer als in neueren Fahrzeugen, so der GDV in einer Pressemeldung. Denn erst ab diesem Jahr wurden Verbraucher-Crashtests etabliert, die ab den darauf folgenden Modellreihen zu erhöhter Fahrgastsicherheit geführt haben.

Junge Fahrer bevorzugen darüber hinaus vor allem Kleinwagen. Diese haben ein geringes Leergewicht von meist unter einer Tonne und wenig Knautschzonen. Bei Zusammenstößen mit schwereren Wagen werden diese Modelle daher meist stark beschädigt, was die Verletzungsgefahr für die Insassen erhöht.

Fahranfänger überschätzen sich oft

Doch auch die jungen Fahrer selbst stellen ein Risiko dar. Vor allem junge Männer wollen sich und anderen ihr Können hinter dem Lenkrad beweisen, überschätzen sich leicht und bringen so sich und andere Verkehrsteilnehmer unnötig in Gefahr. Laut dem Statistischen Bundesamt ereignete sich im vergangenen Jahr fast jeder Dritte der fast 48.000 Unfälle mit Personenschaden, an dem junge Fahrer beteiligt waren, ohne den Einfluss anderer Fahrzeuge.  Die Mehrheit der jungen Unfallfahrer sind Männer.

Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr stellen keine Ausreißer dar. Bereits seit Jahren ist das Niveau der schweren Unfälle mit jungen Fahrern hoch. Der GDV macht sich deshalb bereits seit einiger Zeit für eine verstärkte Verbreitung des  „Begleiteten Fahrens“ stark. Dies könne zur Senkung der Unfallzahlen beitragen, so der Verband. An die Eltern von Führerschein-Neulingen, die dem Nachwuchs zur bestandenen Führerscheinprüfung ein Auto vor die Tür stellen möchten, appellieren die Vertreter der Versicherungsbranche, sichere Autos mit den etablierten Sicherheitssystemen an Bord zu wählen.

(srh)

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