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EU-Parlament beschließt CO2-Kompromiss

28.02.2014 - 18:00

Die Entscheider in der EU machen - nun ja - so halbernst mit dem Plan, den CO2-Ausstoß bei Neuwagen in der Zukunft stärker einzudämmen. Medienberichten zufolge hat sich das EU-Parlament am Dienstag auf einen Kompromiss verständigt.

Der CO2-Ausstoß soll sinken.
Ab 2015 sinkt der erlaubte CO2-Ausstoß nach den EU-Parlamentsplänen erst einmal auf moderate 130 g/km. Die Kennzahl von maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer müssen die Autobauer erst ab dem Jahr 2021 in vollem Umfang für ihre Modellpalette einhalten - oder schmerzhafte Strafen zahlen. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist. Ab 2020 müssen erst 95 Prozent der Fahrzeugflotte die strenge Norm einhalten - die großen Dreckschleudern können die Konzerne da noch herausrechnen.

Außerdem soll es Erleichterungen für die Hersteller von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben geben. Diese Vehikel in ihrem Portfolio dürfen sich die Autobauer zwischen 2020 und 2022 gleich mehrfach in ihren Klimabilanzen anrechnen. Und noch einen Kniff haben sich die EU-Strategen einfallen lassen: Die härteren Abgas-Bestimmungen sollen nur für Autohersteller gelten, die pro Jahr über 1.000 Fahrzeuge bauen. Kleine Boliden-Schmieden sind damit aus dem Schneider: Sie dürfen weiter ungestraft Bi- und Tri-Turbolader in ihren Rennsemmeln verbauen, deren CO2-Werte einfach alles sprengen und besser mit dicken Brummern aus der Luftfahrt verglichen werden sollten.

Deutschland hat eine Einigung über Monate verhindert

Vor allem Deutschland hatte eine Einigung über schärfere Bestimmungen für die Autobauer monatelang blockiert. Sieht sich der geneigte Leser einmal im Land um, wird schnell klar, warum. Wir sind nicht gerade dafür bekannt, in Sachen umweltschonender Automobiltechnik und alternativen Antrieben ganz vorne mit dabei zu sein - dafür fährt die Welt auf unsere Porsches, Mercedes S-Klassen, Audi R8 und wie sie noch alle heißen ab.

Kein Wunder auch, dass die Europa-Grünen den EU-Parlamentsbeschluss kritisieren. Zahlreiche Autobauer hätten beispielsweise die für 2015 festgelegten CO2-Grenzwerte bereits heute erreicht, monieren sie.

Ministerrat muss den neuen Schadstoff-Grenzen noch zustimmen

Nach dem EU-Parlament muss jetzt noch der Rat der Europäischen Union über das Vorhaben abstimmen. Hier sitzen die Minister der Staaten. Auch wenn es nicht obligatorisch ist: Meist stimmt das Ministergremium, das die meisten Kompetenzen auf dem jeweiligen Fachgebiet hat, über verbindliche Vorgaben ab. Im Fall der CO2-Grenzen für Autos wäre das der Rat der Verkehrsminister aller EU-Staaten.

(srh)

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