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Autoersatzteile: EU-Kommission zieht Reparaturklausel zurück

14.06.2014 - 12:00

Es ist nur ein kleiner Bums gewesen. Dem Poller ist nichts passiert, die Heckpartie des Autos hat auch nur ein paar Kratzer abbekommen. Denken Sie. Doch die Rechnung der Werkstatt ist gesalzen. Und das liegt nicht nur an den happigen Stundensätzen der Kfz-Experten, sondern auch an den Ersatzteilpreisen. Die werden künftig wohl auch nicht billiger. Mit ein Grund: Die Neugestaltung der Reparaturklausel auf EU-Ebene ist gescheitert.

Brüssel lockert Designschutz nicht.
Haben Sie noch nie von gehört? Da sind Sie nicht allein. Geht es doch vor allem um einen Kampf zwischen dem Autoteilehandel und den Autobauern. Letztere haben das Sagen, wenn es um Ersatzteile für ihre Fahrzeuge geht. Denn diese unterliegen einem Designschutz. Einfach ohne Genehmigung der Automobilhersteller nachbauen, darf sie niemand.

Doch Originalteile von Mercedes, BMW, VW und Co. sind teuer. Auch wenn die Firmen viele Teile gar nicht selbst produzieren, sondern dies Lizenzgeber erledigen. Bereits 2004 war von der EU-Kommission eine Novelle der EU-Designschutzrichtlinie vorgelegt worden. Sie hätte auch anderen Unternehmen erlaubt, Autoersatzteile zu fertigen.

Deutschland blockiert Änderung der EU-Designschutzrichtlinie

Der Vorstoß wurde jedoch schnell von Deutschland und Frankreich im Rat der Europäischen Union blockiert. Die Pfründe der Autobauer mussten doch bewahrt werden. Nun hat die EU-Kommission einem Onlinebericht der Automobilwoche zufolge den Entwurf endgültig zurückgezogen.

Dies bedeutet einen Sieg der Autohersteller. Verlierer ist der Gesamtverband Autoteilehandel, der naturgemäß den Vorschlag aus Brüssel begrüßt hatte. Doch auch für Sie als Autofahrer bedeutet dieser Rückzug nichts wirklich Gutes. Das werden Sie spätestens merken, wenn Sie das nächste Mal in der Kfz-Werkstatt vorbeischauen (müssen) – und für ein Blinkerglas einen dreistelligen Eurobetrag hinblättern dürfen.

(srh)

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