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EU-Grenzwerte für CO2-Ausstoß und Lärmpegel: Für deutsche Autobauer sieht es gut aus

27.02.2013 - 13:00

Kurven die Autos der Zukunft nur noch flüsterleise und fast schadstofffrei über den Asphalt? Nun, vorweggenommen: nein. Unter den Eurokraten in Straßburg und Brüssel, die sich über die weitere Reduzierung des Lärmpegels und CO2-Ausstoßes beraten, scheint es doch einige Liebhaber röhrender SUVs (SUV steht für „Sport Utility Vehicle“ und meint einen schweren sportlichen Geländewagen) und Sportwagen zu geben.

So brachten die Mitglieder des Europäischen Parlaments in Straßburg Medienberichten zufolge jüngst nur eine verwässerte, stufenweise Lärmreduzierung von Pkws, leichten Nutzfahrzeugen und Lkws auf den Weg. Über die Details des Gesetzesvorschlags muss zudem noch mit den einzelnen EU-Staaten verhandelt werden. Und bis die vorgeschlagene Lärmreduzierung - sofern sie denn in dieser Form Bestand hat - greift, vergehen sowieso noch ein paar Jährchen. Frühestens ab 2019 soll der Lärmpegel von Neufahrzeugen nach dem Willen der EU-Parlamentarier schrittweise sinken. Alles ist demnach noch offen. Dennoch: Die Automobilindustrie hat bereits einen Etappensieg verbucht.

Schärfere Vorgaben fallen unter den Tisch

Für Mittelklassewagen wird ein Grenzwert von 68 Dezibel im Vergleich zu den gegenwärtig geltenden maximal 74 Dezibel vorgeschlagen. Für Sportwagen ist als Grenzwert 74 Dezibel vorgesehen. Demnach hat sich im EU-Parlament der autobauerfreundliche Vorschlag des Berichterstatters Miroslav Ouzky durchgesetzt. Der Umweltausschuss des Parlaments sah in einem Positionspapier schärfere Grenzwerte vor.

Doch was bedeuten die diskutierten Grenzwerte überhaupt für das menschliche Ohr? Zur besseren Einordnung: Ein üblicher Benzin-Rasenmäher erzeugt 70 Dezibel – der Lärm beeinträchtigt in den Sommermonaten so manche fröhliche Kaffeeklatsch-Runde im Freien. Experten warnen, dass 80 Dezibel auf Dauer zu Gehörschäden führen. Fazit: Leise ist anders.

Zudem raten die EU-Bürokraten, Hybrid- und Elektroautos mit dem typischen Motor-Sound auszustatten, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmern auch sicher wahrgenommen werden.

Laxe Haltung bei der automobilen Luftverschmutzung

Neben dem Lärmpegel ist die CO2-Bilanz der Autos in der Eurozone ein wiederkehrender Zankapfel. Umweltverbände fordern von der Politik Strenge, Autohersteller eine lockere Haltung zum Thema. Laut Medienberichten hat die Autolobby die Bundesregierung für ihre laxen Grenzwert-Pläne für die Zeit ab 2020 gewonnen. Der EU-Kommission liegt ein Positionspapier der deutschen Bundesregierung vor. Danach sollen schärfere Höchstgrenzen vor dem Jahr 2017 gar nicht erst zur Debatte stehen. Außerdem sollen die Hersteller Elektroautos bei der CO2-Bilanz ihrer Flotte mit dem Faktor 3,5 anrechnen dürfen.

Ein E-Vehikel kann so den Verbrauch mehrerer großer Spritschlucker kompensieren. Doch damit nicht genug: Die Boni sollen die Konzerne schon ab 2016 ansparen und dann nach 2020 nutzen können, um die dann geltenden, strengeren Regeln leichter einhalten zu können. Umweltverbände kritisieren die Pläne zur Mehrfachanrechnung und fordern noch strengere Auflagen mit Grenzwerten von 70 Gramm CO2 pro Kilometer. Das entspräche dann in etwa einem Spritverbrauch von  drei Litern auf 100 Kilometern.

Ziel: maximal 95 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer

Von 2020 an sollen dem Vorschlag der deutschen Regierung zufolge Autos im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. 2012 lag der Durchschnitt der Neuzulassungen in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes noch bei knapp 142 Gramm.

Die deutschen Hersteller liegen derzeit teilweise noch erheblich über diesem Schnitt. Sie dürften mit ihren schweren und spritschluckenden Luxuswagen stärkere Grenzwert-Probleme bekommen als Lieferanten von Klein- und Mittelklassefahrzeugen wie Peugeot, Renault, Fiat oder der weltgrößte Autobauer Toyota, der bereits heute viele Hybridfahrzeuge verkauft. Dennoch ließ VW-Chef Martin Winterkorn verlauten, sein Konzern werde das Ziel erreichen – auch wenn er persönlich es für sehr ehrgeizig halte.

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(srh)

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