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EU-Führerschein soll Fahrerlaubnis vereinheitlichen

07.01.2013 - 19:30

Beim Thema Führerschein ist innerhalb Europas bis jetzt noch nicht viel von Einheitlichkeit zu spüren. Im Gegenteil herrscht ein Kraut-und-Rüben-Wirrwarr an unterschiedlichen Scheinen, Klassen und Bestimmungen. Das soll sich mit einer neuen europaweiten Führerscheinrichtlinie ändern, die ab dem 19. Januar gilt. Zu den Neuheiten zählen laut Informationen des Nachrichtenportals heise.de der einheitliche Führerschein sowie neue Führerscheinklassen.

Bisher wurden etwa Polizisten der EU-Länder bei Fahrzeugkontrollen mit 110 verschiedenen Führerscheinen konfrontiert. Allein in Deutschland sind neben den neuen Führerscheinen aus Plastik im Scheckkartenformat auch ältere „Lappen“ in rosa oder grau sowie DDR-Führerscheine in Umlauf.

Fahrlizenz läuft nach 15 Jahren ab

Die neue Führerscheinregelung wird der Vielfalt der „Lappen“ nicht auf die Schnelle beikommen. Denn die bisherigen Papiere bleiben grundsätzlich bis zum 19. Januar 2033 gültig. Wird jedoch ein verlorener Führerschein ersetzt oder eine Fahrerlaubnis verlängert, wird automatisch der neue EU-Führerschein ausgestellt. Fahranfänger bekommen gleich den EU-Führerschein ausgestellt. Dieser ist dann auch mit einem Maximalhaltbarkeitsdatum versehen. Nach 15 Jahren muss die Fahrlizenz neu beantragt werden – eine erneute Fahrprüfung oder ein medizinischer Check sind aber nicht vorgesehen. Auch am Umfang der erteilten Fahrerlaubnis ändert sich durch den Umtausch nichts.

Durch die zeitliche Begrenzung soll gewährleistet werden, dass der rechtmäßige Führerscheinbesitzer anhand des Passbilds besser als bisher identifiziert werden kann. Das ist etwa in Deutschland bisher gerade bei betagten Fahrern eher problematisch: Sie zücken meist noch die alte graue Pappe mit Ausstellungsdatum vor 1986. Oft weisen die auf den Führerscheinen abgelichteten jungen Personen dann nur noch eine entfernte Ähnlichkeit mit dem aktuellen Profil auf.

Neue EU-Führerschein soll Fälschern das Leben schwerer machen

Der EU-Führerschein soll überdies fälschungssicherer als die bisherigen sein und dadurch dem sogenannten Führerscheintourismus einen Riegel vorschieben. Denn jede Person kann künftig EU-weit nur Inhaber eines einzigen Führerscheins sein. Wem in Deutschland der Führerschein entzogen wird, der kann künftig keine weitere Fahrerlaubnis in einem anderen EU-Land erwerben.

Mit dem neuen EU-Führerschein werden sich auch Änderungen bei den Führerscheinklassen ergeben. Bei Krafträdern wird das Prinzip des Stufenführerscheins europaweit übernommen. Motorradfahrer können dann alle zwei Jahre unter erleichterten Bedingungen den nächsthöheren Schein erwerben: nach A1 die Klasse A2 sowie nach weiteren zwei Jahren die höchste Klasse A. Die Klasse A2 (ehemals A beschränkt) wird neu eingeführt.

Trikefahrer brauchen einen Motorradführerschein

Um ein stärkeres Bike fahren zu dürfen, muss künftig jedoch immer eine erneute praktische Prüfung abgelegt werden. Für Trikes ist zudem ein Motorrad Führerschein notwendig. Die genaue Klasse ergibt sich aus der Motorleistung. Außerdem dürfen künftig alle Inhaber der Pkw-Führerscheinklasse B Anhänger mit mehr als 750 Kilogramm fahren, solange das Gesamtgewicht des Gespanns 3,5 Tonnen nicht übersteigt.

(rho)

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