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Kroatiens EU-Beitritt bringt Liberalisierung des Kfz-Versicherungsmarkts

29.07.2013 - 16:27

Seit Anfang des Monats ist Kroatien EU-Mitglied. Durch den Beitritt wird der Versicherungsmarkt liberalisiert. So wollen es die Statuten. Dies wird vor allem Bewegung in den größten Versicherungsbereich bringen - die Kfz-Versicherung.

Laut der österreichischen Zeitung Wirtschafts Blatt ist der Versicherungssektor in Kroatien im Prinzip bereits seit 2008 liberalisiert. Allerdings habe die Finanzmarktaufsichtsbehörde des Landes, HANFA, Preisanpassungen einzelner Versicherungsgesellschaften bisher abgelehnt. Daher mussten die Autobesitzer des 4,4 Millionen Einwohner zählenden jüngsten EU-Mitgliedstaates für Kfz-Versicherung ihrer Fahrzeuge weiterhin einheitliche Beitragssätze bezahlen.

Kfz-Versicherung kostet in Kroatien bisher im Schnitt rund 220 Euro

Im Schnitt, so das Blatt aus Österreich, lag die Kfz-Prämie in Kroatien zuletzt bei rund 220 Euro - durch den fehlenden Wettbewerb mussten Autofahrer dort also mehr zahlen als in den benachbarten EU-Staaten, in denen die Preisspanne bei 100 bis 180 Euro betrug. Wie die Austria Presse Agentur (APA) meldet, positionieren sich neben den 27 tätigen Versicherungsgesellschaften bereits weitere Assekuranzen aus dem Ausland auf dem kleinen kroatischen Versicherungsmarkt. Darunter befinden sich Konzerne aus Österreich, Irland, Belgien, den Niederlanden, England und Slowenien.

Dass die Versicherer sofort Kampfpreise ausrufen und die Prämien für Autofahrer in Kroatien dadurch sprunghaft sinken, bezweifeln Versicherungsfachleute jedoch. Ähnliche Konstellationen beispielsweise in Slowenien hätten stattdessen gezeigt, dass die Beiträge in den fünf Jahren nach dem EU-Beitritt des Landes  langsam um rund 15 bis 20 Prozent gesunken seien. Nach wie vor muss zudem die HANFA die Beitragsofferten der Versicherer genehmigen.

Kroatischer Versicherungsmarkt hat ein Volumen von gut 650 Millionen Euro

Unter anderem aufgrund der geringen Bevölkerungszahl ist das Gesamtvolumen des kroatischen Versicherungsmarktes nicht mit denen größerer Volkswirtschaften wie beispielsweise der deutschen vergleichbar. Zudem litt der Markt unter der Wirtschaftskrise des Landes und ging seit 2008 kontinuierlich zurück. Erst seit dem ersten Halbjahr dieses Jahres zieht das Wachstum in der kroatischen Versicherungsbranche wieder an. Laut der Versicherungsvereinigung des Landes liegen die Prämieneinnahmen der Versicherer aktuell bei 4,91 Milliarden Kuna (rund 654,5 Millionen Euro).

Wie der ADAC mitteilt, werden nun auch die Deckungssummen der kroatischen Kfz-Haftpflichtversicherer auf EU-Standard gebracht. Die ist auch für deutsche Urlauber von Vorteil. Werden sie im Kroatien-Urlaub in einen Unfall - mit dem eigenen oder einem Mietwagen - verwickelt, gelten dann künftig beim kroatischen Unfallgegner sowie bei Mietwagen-Verleihern höhere Mindest-Standards bei den Kfz-Versicherungssummen.

(srh)

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