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Elektronik auf Schadensplatz eins bei Kfz-Versicherer

31.05.2012 - 15:36

In Deutschland sind gut 58 Millionen Kfz zugelassen. Da bleiben Pannen aufgrund defekter Teile nicht aus. Sowohl ADAC als auch TÜV veröffentlichen Schadensstatistiken. Doch der ADAC kann nur Schäden liegengebliebener Karossen seiner Mitglieder erfassen, der TÜV lediglich sicherheitsrelevante Mängel bei der Hauptuntersuchung (HU). Ein anderes Bild vermittelt die Schadensanalyse aus der Sicht eines Kfz-Versicherers. Der Spezialversicherer CG Car Garantie hat Bilanz aus im Vorjahr ausgelaufener Kfz-Garantien von Gebraucht- und Neuwagen aller Marken gezogen.

Die Auswertung von über 870.000 Garantien bildet die Grundlage der Mängelanalyse. Welche Autoteile sind besonders anfällig, müssen ersetzt und durch die Versicherer reguliert werden? Der verstärkte Einbau elektronischer Komponente in die Fahrzeuge spiegelt sich bei der Schadensregulierung wider - sowohl bei Gebraucht- als auch bei Neuwagen. Mit 21,5 Prozent lag die Regulierung von Schäden an der Fahrzeugelektrik und -elektronik an der Spitze. Danach folgen Mängel an der Kraftstoffanlage (21,1 Prozent) und Motorschäden (8,3 Prozent).

Mehr Komfort bedeutet meist höhere Störanfälligkeit

Auch die vielen weiteren elektronischen Helfer, die das Autofahren komfortabler gestalten, sind anfällig. So ließen sich über zehn Prozent der Schadensfälle auf die Komfortelektronik (beispielsweise elektronische Scheibenwischer und Fensterheber) zurückführen. Dagegen waren Schäden an der Klimaanlage (6,6 Prozent), am Bremssystem (4,4 Prozent), dem Getriebe (4,2 Prozent) oder der Lenkung eher selten.

Dabei sei die Qualität der Fahrzeuge insgesamt in den vergangenen Jahren gestiegen, so Axel Berger, Chef von CG Car Garantie. Schäden an der Elektronik nerven, kosten aber im Durchschnitt bei Austausch oder Reparatur nicht viel Geld. Die Rangfolge der Mängel verschiebt sich, wenn sie nach den entstandenen Kosten gruppiert wird. Hier sind tonangebend Schäden am Motor (19,7 Prozent) und an der Auspuffanlage (19,2 Prozent).

Teuer ist die Regulierung von Motorschäden

Grund für die hohen Kosten bei Motorschäden ist die Tatsache, dass häufig der gesamte Motorblock ausgetauscht werden muss. Ein neuer Motor kostet nicht selten 10.000 Euro und mehr. Günstige und gut erhaltene Austauschmotorenmit geringen Laufleistungen sind aufgrund der raschen Modellwechsel und vielen Motorvarianten oft nicht zu bekommen.

Über 50 Prozent der Schäden traten nach Berechnungen des Versicherers auf den ersten 10.000 Kilometern auf. Durchschnittlich stieg die Schadenssumme pro Versicherungsfall im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr aufgrund von höheren Ersatzteilpreisen und Werkstattlöhnen auf knapp 500 Euro.

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