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E-Mobilität: Akteure machen langsam ernst

16.04.2014 - 18:00

Ganz gemächlich nimmt das Thema E-Mobilität Fahrt auf. Davon zeugen jüngste Zahlen, Projekte und politische Willensbekundungen. Das Bild einer auf Strom getrimmten Verkehrsgesellschaft ist zwar nach wie vor noch Utopie, nimmt jedoch langsam konkretere Formen an.

Aufhorchen lässt die Fachwelt die Ankündigung des E-Auto-Pioniers Tesla, bis 2017 in den USA eine Mega-Batterie-Fabrik errichten zu wollen. So sollen die Herstellungskosten für Akkus um über 30 Prozent sinken – und E-Autos preislich für Jedermann möglich werden. Der erste Spatenstich soll noch 2014 erfolgen, die Kosten des Mammut-Projekts werden wohl bei über vier Milliarden US-Dollar liegen.

Zudem rechnen Experten in den kommenden Jahren mit Quantensprüngen der Forschung im Hinblick auf die Effizienz und Ladekapazität der Autobatterien. 1.000 Kilometer Reichweite ohne Aufladen? Sollte in nicht so ferner Zukunft Normalität sein.

Weltweite Zahl der E-Autos verdoppelt

E-Autos sind im Kommen.
Schon heute bevölkern immerhin rund 400.000 zugelassene E-Autos den Planeten – Tendenz steigend. Diese Zahl geht aus einem Bericht des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg von Ende März hervor. Das Augenmerk legten die Studienverantwortlichen auf die Dynamik der Entwicklung: Danach hat sich die Zahl der E-Fahrzeuge binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Die europäische Politik trägt ihr Scherflein dazu bei, den Bürgern das E-Fahren barrierefrei zu ermöglichen. Vorbei sind die Zeiten babylonischer Steckervielfalt und -verwirrung. Künftig wird europaweit nur noch der Typ-2-Stecker, auch als Mennekes-Stecker bekannt, verbaut. Das gab der EU-Ministerrat im vergangenen Monat bekannt. Notiz am Rande: Damit setzt sich der deutsche Beitrag im Stecker-Wald durch.

Zügiger Ausbau von E-Tankstellen ist beschlossene Sache

Auch eine weitere E-Baustelle soll schleunigst angegangen werden: der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur. Konkrete Zahlen zu nennen, scheuen sich die EU-Politiker zwar noch, schwammige Zielvorgaben gibt es aber: So ist in der Online-Ausgabe des Spiegel zu lesen, man wolle bis zum Ende dieses Jahrzehnts ausreichend Ladestationen verfügbar haben, um den EU-Bürgern mit E-Auto-Ambitionen zumindest zu ermöglichen, in den Metropolen und um die Metropolen herum problemlos auftanken zu können.

Klingt Ihnen zu schwammig, zu zukunftsfern, zu uncool? Kein Problem – in Deutschland soll Slam bis 2017 Realität werden. 400 Schnelllader versorgen dann in Metropolen und entlang vielbefahrener Verkehrsadern Elektroautos mit Strom. Das Auftanken ist in weniger als 30 Minuten erledigt. Beteiligt an dem Projekt Schnellladenetz für Achsen und Metropolen (Slam) sind neben den deutschen Autobauern auch ein Energiekonzern und universitäre Einrichtungen.

Elektromobilitätsgesetz mit Bündel an Maßnahmen

Und was tut die deutsche Bundesregierung in Sachen E-Mobilität? Nach wie vor ausgeschlossen wird eine direkte Bezuschussung beim Kauf eines E-Autos - eine Abwrack-Prämie 2.0 für alte Fossiltreibstoff-Schlucker ist somit nur ein nettes Wortkonstrukt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will dem Handelsblatt zufolge dennoch schnellstmöglich ein Elektromobilitätsgesetz auf den Weg bringen. Inhalt: Richtlinien für entsprechende Beschilderungen, Vorgaben für ein neues E-Kennzeichen, Leitlinien für ein Ladenetz und ein Programm der KfW-Bank mit zinsgünstigen Krediten für kaufwillige E-Kunden ohne ausreichend Bares in der Tasche.

E-Auto-Fahrer will Dobrindt mit Privilegien im Straßenverkehr ausstatten – etwa fahren auf Busspuren und speziellen Parkplätzen. Bisher sind sie lediglich für einige Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Regierungsvertreter sind sich zudem ihrer Vorbildfunktion bewusst. Laut dem Bundesverkehrsminister sollen deshalb die Fuhrparks von Bundes-, Landes- und kommunalen Einrichtungen entsprechend mit E-Autos aufgerüstet werden. Außerdem soll das Maßnahmenpaket der Regierung die weitere Forschung in Sachen Hybridauto, Brennstoffzellen - und Batterietechnik durch gezielte Förderung unterstützen.

(srh)

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