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E-Auto: Nur nicht so schüchtern!

13.08.2012 - 17:43

Deutsche Autofahrer zeigen einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus zufolge weiterhin nur geringes Interesse an Elektroautos. Woran liegt das? Ein Grund ist die mangelnde Informationspolitik der Kfz-Versicherer zu den Beiträgen für potenzielle E-Auto-Kunden. Doch hohe Anschaffungskosten, mangelnde Kaufanreize seitens der Politik und die Nachteile der neuen Technik verunsichern Verbraucher genauso - und halten sie vom Kauf ab.

Dies lässt sich in Zahlen ausdrücken: Vom Marktführer Opel Ampera seien in diesem Jahr bis Juli nur 629 Exemplare verkauft worden, so das Blatt unter Berufung auf Zahlen des Kraftfahrtbundesamts und des Centers Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Auf den weiteren Plätzen folgten Nissans Leaf mit 269 verkauften Exemplaren und der C-Zero von Citroën mit 256 Modellen.

Einige Elektroautos hätten sogar nur zweistellige Zulassungszahlen erzielt, heißt es in dem Bericht weiter, darunter die elektronischen Varianten der Mercedes-Benz A-Klasse mit 62 Fahrzeugen und der VW Golf mit 32 Wagen.

Der Verkaufsstar Twizy des französischen Herstellers Renault sei dagegen mit gut 1.750 Stück gut angelaufen. Nach Branchenangaben wurden 2011 etwa 2.000 Elektroautos abgesetzt - der Großteil jedoch an Firmen und staatliche Stellen. Nur rund 100 gingen in private Hand.

Für Privatkunden lohnt sich ein E-Auto wirtschaftlich kaum

Das liegt unter anderem an den im Vergleich zu den herkömmlichen Benzin-Modellen immer noch horrenden Anschaffungskosten. Selbst wenn der Käufer Spritersparnis, den Wegfall der Abgasuntersuchung und niedrigere Reparaturkosten aufgrund einer geringeren Anzahl an Verschleißteilen einrechnet, lohnt sich ein E-Auto momentan wirtschaftlich kaum für den Otto-Normal-Autofahrer.

Denn anders als beispielsweise in Frankreich bezuschusst die deutsche Bundesregierung E-Autos nicht direkt beim Kauf. Lediglich durch eine Befreiung von der Kfz-Steuer für längstens zehn Jahre will sie momentan Anreize schaffen.

Dabei ist die Steuerbefreiung nur die logische Konsequenz, betrachtet man den Aufbau der Kfz-Steuer nach heutigem Vorbild. Die Besteuerung hängt von CO2-Ausstoß und Hubraum des Wagens ab. Auf beides verzichtet ein E-Auto. Bleibt die Frage, warum der E-Halter überhaupt Kfz-Steuer bezahlen sollte.

Finanzielle Bonbons und passgenaue E-Tarife könnten auch von den Kfz-Versicherern kommen. Auch wenn die Prämien nicht direkt an Hubraum und CO2-Ausstoß gekoppelt sind, fließen diese Parameter bei der Typklasse mit ein. Eine Mercedes S-Klasse kostet den Kunden daher in aller Regel höhere Beiträge als ein Ford Ka.

Doch die Assekuranzen hierzulande halten sich derzeit noch merklich mit eigenen E-Tarifen zurück. Lediglich wenige Assekuranzen wie beispielsweise die Zurich-Group haben bereits einen eigenen Tarif aufgelegt. Darin ist neben dem herkömmlichen Versicherungsschutz auch der Akku des Fahrzeugs versichert.

Informationspolitik bei der Versicherung von E-Autos ist ausbaufähig

Andere Kfz-Versicherungsunternehmen honorieren von sich aus die gute CO2-Bilanz von E-Autos und bieten Haltern spezielle Öko-Rabatte an. Bis zu 25 Prozent Beitragsersparnis gegenüber der Versicherung des gleichen Benzin-Modells sind so möglich. Doch noch ist die Informationspolitik der Kfz-Versicherer hinsichtlich E-Autos spärlich. Das geht noch besser.

Dabei hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits 2010 die Parole ausgegeben, 2020 eine Million E-Fahrzeuge auf die deutschen Straßen bringen zu wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle Beteiligten das Portfolio der E-Wagen weiter verbessern, um auch dem privaten Endkunden den Kauf schmackhaft zu machen. Nur wenn Leistung, Reichweite und Preis überzeugen, kann der Absatz in den kommenden Jahren signifikant steigen und Merkels Ziel real werden.

(srh)

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