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Initiative will Tachobetrüger entlarven

16.12.2013 - 18:00

Tachobetrug bei Gebrauchtwagen ist verboten - und dennoch alltäglich. Schätzungsweise bei jedem dritten Auto ist der Kilometerstand manipuliert. Vonseiten der Autohersteller passiert wenig, um den kriminellen Tacho-Tricksern die Arbeit zu erschweren. Dieses Manko kritisiert unter anderen der ADAC (Allgemeine Deutsche Automobilclub) seit längerem. Nun versucht eine Initiative, Tachobetrügereien mithilfe einer breit angelegten Datenbank langfristig das Wasser abzugraben.

Die Dienstleistung ist illegal, aber lukrativ. Zudem ist der Dreh am Tachostand in Minutenschnelle erledigt. Alles, was Betrüger heutzutage dazu brauchen, ist ein Computer mit entsprechender Software und ein ruhiges Plätzchen. Verbunden mit der Bordelektronik des Fahrzeugs, kann der Tachostand elektronisch beliebig verändert werden.

Tacho-Manipulation ist schwer nachzuweisen

Tachomanipulation ist illegal, aber sehr einfach zu vollziehen.
Nachweisen lässt sich der Eingriff kaum. Mit neuer Tacho-Historie ist der Wagen gleich viel mehr wert. Tachomanipulation lohnt sich für die "Dienstleister" ebenso wie für die Besitzer. Die Gelackmeierten sind die Käufer. Die Initiative des Automobilclubs von Deutschland (AvD) in Zusammenarbeit mit zwei Softwareunternehmen hat deshalb eine online abrufbare Datenbank entwickelt. Hier können Kfz-Betriebe und Prüforganisationen mit dem Einverständnis der Halter im Rahmen von Fahrzeugprüfungen, Wartungs-Checks oder Reparaturen künftig den aktuellen Kilometerstand des Fahrzeugs eingeben.

Vorgestellt wurde das System am vergangenen Freitag in München. Gespeichert werden sollen nur fahrzeugrelevante Daten, keine Informationen über Halter oder Fahrer. So entsteht im Laufe eines Fahrzeuglebens eine externe Dokumentation der Laufleistung. Anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) sollen Verbraucher die Historie online abrufen können.

Bei Abgleich des Kilometerstands mit der Datenbank fällt Betrug sofort auf

Die Manipulation an sich kann mit solch einer Datenbank nicht gestoppt werden. Doch durch den Abgleich fällt der Tachobetrug sofort auf. Der Gebrauchtwagenkäufer kann dann den Kauf abblasen oder rückgängig machen und den Betrug anzeigen.

Das Projekt kann aber nur erfolgreich sein, wenn möglichst viele Händler, Kfz-Werkstätten und Prüforganisationen mitmachen. Man sei derzeit in Verhandlungen mit großen Werkstatt-Ketten und Prüforganisationen, teilten die Mitglieder der Initiative gegen Tachobetrug mit. Und natürlich müssen auch die Fahrzeughalter per Unterschrift in die Erhebung und Speicherung der Tachodaten einwilligen.

Dann kann die Datensammlung künftig Gebrauchtwagenkäufern helfen, Tachomanipulationen frühzeitig zu erkennen und unnötig viel Geld für das neue Auto auszugeben. Die Initiatoren von gegentachomanipulation.de weisen in diesem Zusammenhang auf einen weiteren - sicherheitsrelevanten - Faktor hin.

Wartungsstau wegen Tacho-Trickserei kann Motorschäden verursachen

Denn durch einen falschen Tachostand stimmen auch die anstehenden Service-Intervalle nicht mehr mit dem tatsächlichen Bedarf überein. Wird beispielsweise der Zahnriemen nicht rechtzeitig gewechselt, kann das zu einem Motorschaden führen, der den getäuschten Autobesitzer noch einmal viel Geld kostet.

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(srh)

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