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Dash-Cam: Trend im Straßenverkehr mit Tücken

19.05.2014 - 18:00

Sogenannte Dash-Cams im Cockpit werden immer beliebter. Kein Wunder, lässt sich mit den kompakten Kameras doch vortrefflich jeder Verkehrsverstoß auf Deutschlands Straßen dokumentieren - und der Autofahrer wird zum Straßensheriff. Doch der Spaß kann für den Besitzer auch schnell nach hinten los gehen.

Dash-Cam im Auto.
Auf der Straße herrscht Krieg, es wird gedrängelt, geschnitten und gehupt. Jeder hält sich selbst für den besten und vor allem einzigen Autofahrer – alle anderen können nichts und sollten umgehend aus dem Auto sowie Verkehr gezogen werden.

Diese Schilderung empfinden Sie als überzogen? Nun, dann warten Sie mal ab, bis Ihnen wieder einmal wahlweise ein SUV von hinten mit gefühlt 360 Sachen auffährt und hektische Signale mit der Lichthupe sendet - oder Ihnen ein notorischer Mittelspur-Sonntagsfahrer die Galle in die Gurgel treibt.

Dash-Cams gibt es ab rund 40 Euro

Das Grauen im Verkehr lässt sich – Technik sei Dank – mittlerweile aber bequem bezeugen. Dafür sorgen Dash-Cams. Der Begriff setzt sich aus den englischen Worten „dash board“ (Armaturenbrett) und „cam“ (Kamera) zusammen. Im Handel sind die handlichen Geräte ab rund 40 Euro zu haben, die preisliche Spanne reicht aber durchaus bis über 300 Euro.

Die Unfallkameras können leicht an der Windschutzscheibe befestigt werden. Nach vorne gerichtet nehmen sie alles auf, was sich während der Autofahrt auch im Blickfeld von Fahrer und Beifahrer abspielt. Viele Exemplare sind zudem in der Lage, das Geschehen im Innenraum des Autos festzuhalten. Auch wenn der Wagen parkt, ist die Kamera hellwach und kann im Parkmodus beispielsweise Parkrempler erkennen und aufzeichnen.

Kameraaufnahmen als Beweismittel bei Verkehrsverstößen

Im Internet kursieren mit Dash-Cams aufgenommene Szenen etwa aus Russland. Dokumentiert sind haarsträubende Unfallszenen ebenso wie Ausraster anderer Verkehrsteilnehmer. Die Aufnahmen können Unfallopfern helfen, ihr Recht zu erlangen. Doch sie können sich auch gegen den Besitzer wenden. Denn sie zeichnen natürlich auch auf, wenn der Fahrer selbst zum Drängler wird, über eine rote Ampel fährt, Passanten beleidigt oder nach einem Parkrempler einfach davonfährt.

In solchen Fällen darf die Polizei die Aufnahmen einkassieren und als Beweismittel auch ohne das Einverständnis des Besitzers verwenden. Auch Datenschützer sehen die Dash-Cams kritisch, tragen sie doch zur Überwachung der Bürger bei. Ein weiteres Argument gegen die Kamera im Auto: Die Polizei hat hierzulande die Hoheit, Verkehrsunfälle zu verfolgen – nicht der einzelne Autofahrer.

Die Kfz-Versicherungswirtschaft verhält sich beim Thema Dash-Cam bedeckt. Einem Online-Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge haben Dash-Cams derzeit keine großen Auswirkungen auf das Versicherungsgeschäft, so ein Statement des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft.

(srh)

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