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Harte Strafe: In Dänemark werden Autos von Alkoholsündern versteigert

11.06.2014 - 12:00

Auch prominente Autofahrer wie Fußballbundestrainer Jogi Löw und der ehemalige Radprofi Jan Ulrich können dieser Tage ein Lied davon singen: Wer in Deutschland besoffen Auto fährt und erwischt wird, verliert seinen Führerschein. In Dänemark trifft es Alkoholsünder aber noch härter: Wer dort mit über zwei Promille am Steuer erwischt wird, darf auch gleich sein Auto abgeben. Dies berichtet die Zeitung Die Welt in ihrer Onlineausgabe.

Die neue Verordnung tritt ab Juli in Kraft. Sie betrifft nicht bloß Dänen, sondern alle Personen, die in dem nordischen Land mit ordentlich Standgas hinterm Lenkrad ertappt werden – also beispielsweise auch deutsche Touristen.

Das Auto wird von den Behörden eingezogen. Die Fahrzeuge werden versteigert. Der Auktionserlös fließt ins Staatssäckel. Die Maßnahme soll abschrecken und laut einem dänischen Polizeisprecher die Sicherheit auf den Straßen erhöhen.

Dänisches Parlament billigt hartes Durchgreifen bei Alkohol am Steuer

Der Auto-Entzug ist vom dänischen Parlament mit deutlicher Mehrheit abgesegnet worden. Leise Kritik gab es lediglich, weil unter der Maßnahme auch unbeteiligte Personen leiden könnten - beispielsweise die Ehefrau eines Alkoholsünders, die dann die Kinder nicht mehr zum Sport fahren könnte. Zudem könnten sich reiche Familien einfach einen neuen Familienwagen kaufen, ärmere Bevölkerungsgruppen dagegen nicht.

Dänemark ist nicht das einzige europäische Land, in dem Alkoholfahrer neben dem Lappen auch den Wagen verlieren. In Italien ist laut Gesetz bereits ab 1,5 Promille Alkohol im Blut Schluss mit lustig – und das Auto gehört dem Staat.

In Deutschland ist Alkoholfahrt ab 1,1 Promille eine Straftat

Dänemark versteigert Autos von Alkoholfahrern.
In Deutschland behalten betrunkene Autofahrer ihr Fahrzeug. Ab 1,1 Promille gilt eine Alkoholfahrt jedoch als Straftat. Der Führerschein kann für bis zu fünf Jahre entzogen werden. Dazu werden hohe Geldstrafen verhängt. Auch eine Freiheitsstrafe sieht der deutsche Gesetzgeber vor. Ob der Fahrer im Gefängnis landet, hängt auch davon ab, ob er im Suff einen schweren Autounfall verursacht hat.

Außerdem greift bei Alkohol am Steuer der Versicherungsschutz der Kfz-Haftpflicht nur noch eingeschränkt. Die Autoversicherung kann den Fahrer für Schäden mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen. Der Schutz durch eine Teilkasko oder Vollkasko kann bei einer Alkoholfahrt sogar gänzlich verloren gehen. Kommt es zum Unfall, haftet der Versicherte für zumindest für Schäden am eigenen Auto mit bis zu 100 Prozent selbst.

(srh)

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