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Auf ein Neues: Dacia plant Stadtauto für 5.000 Euro

10.07.2013 - 12:00

Ein 5.000-Euro-Stadtauto: Was in Schwellenländern schon Realität ist, ist bisher in Westeuropa noch nicht angekommen. Dabei könnte der Markt reif für einen echten Billigheimer sein.

Immer mehr Menschen ─ das zeigen verschiedene Umfragen der vergangenen Monate ─ begreifen das Auto als reines Nutzfahrzeug. Es soll möglichst wenig kosten - auch im Unterhalt - und die Insassen von A nach  B bringen. Komfort, technischer Schnickschnack, Top Speed: alles Dinge, die beim richtigen Preis zweitrangig sein können.

Dacia will diesen Trend für sich nutzen. Die rumänische Tochtermarke von Renault-Nissan plant Medienberichten zufolge, ein Stadtauto für rund 5.000 Euro aufzulegen. Das Konzept hört laut Informationen der Online-Ausgabe von Auto Bild auf den Namen "Citadine". Bei den Türen immerhin will der Autobauer nicht sparen: fünf sollen es werden.

Als Paten stehen Twingo und Sandero bereit

Als technische Basis soll der Renault Twingo hergenommen werden. Pate für das Karosserie-Design wird hingegen der Sandero stehen. Ein verlängerter Radstand wird den Plänen Dacias zufolge auch Erwachsene im Fond glücklich machen. Wer aktuell im Twingo in der zweiten Reihe sitzen muss, bekommt  aufgrund des akuten Platzmangels schnell eingeschlafene Beine und Nackenschmerzen.

Da sich die rumänische Billigmarke wie bisher auch schon aus den prall gefüllten Teileregalen des Mutterkonzerns bedienen kann, fallen keine teuren Entwicklungskosten für das 5.000-Euro-Projekt  an. Das drückt den Endverbraucherpreis.

Wenn dann noch die Variationsmöglichkeiten für den Kunden bei Antrieb und Ausstattung auf ein Minimum beschränkt werden, ist ein solcher Kampfpreis machbar. Für Europa serienmäßig eingeplant sind immerhin die Sicherheitssysteme ABS und ESP.

Ein Auto ohne Schnickschnack

Ein automatisiertes Schaltgetriebe will Dacia dagegen nicht anbieten. Beim Antrieb wird der geneigte Käufer wohl die Wahl zwischen einem Benziner und einem Diesel haben. Wie er sich auch entscheidet: Die Leistung beträgt 75 PS - und fertig. Auch bei der Lenkung sollen Puristen voll auf ihre Kosten kommen. Der Konzern will offenbar nostalgische Gefühle wecken - und verzichtet daher in der Grundversion auf eine Servolenkung. Die ist nur gegen Aufpreis zu haben.

Da wird der Billigheimer ganz nebenbei für den Fahrer zur Muckibude. Das Gefühl bleischwerer Oberarme nach einer kurvenreichen Fahrt kennt die jüngere Autofahrer-Generation höchstens noch von Opas Plauderstunde.

Besonderen Fahrspaß verheißt das neue Dacia-Projekt nach diesen Kennzahlen nicht unbedingt. Auch das Kofferraumvolumen von 250 Liter taugt - wie es sich für einen City-Floh gehört - lediglich für ein paar Einkaufstüten. Dagegen will der Autohersteller aus Osteuropa bei der Käuferschar mit dem im Preis inbegriffenen und aus dem Sandero bekannten Multimedia-System inklusive Navi punkten. Klar, taufrisch ist auch dieses System zur geplanten Markteinführung des 5.000-Euro-Stadtflitzers im Jahr 2015 dann nicht mehr - dafür sollten etwaige multimediale Kinderkrankheiten längst passé sein.

Wiederauflage der Billigauto-Pläne aus dem Jahr 2004

Bereits 2004 schreckte Dacia die Konkurrenz mit Plänen für ein 5.000-Euro-Auto auf. Am Ende rollte der Logan allerdings rund 50 Prozent teurer als geplant im Schnitt für etwa 7.500 Euro zu den europäischen Kunden. Seitdem hat sich die Marke auch hierzulande etabliert und Marktanteile gewonnen.

Man darf gespannt sein, ob Dacia die Wiederauflage der ehrgeizigen Pläne von 2004 diesmal umsetzen kann. Auch bleibt abzuwarten, ob den Rumänen nicht doch noch Angst und Bange vor der eigenen Courage wird - und sie flugs noch eine Eleganz-Linie auflegen, die dann den ausgerufenen Kampfpreis von 5.000 Euro pulverisieren würde. Das derzeit günstigste Auto im Dacia-Sortiment ist der fünftürige Sandero für rund 7.000 Euro.

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(srh)

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