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BGH-Urteil: Markenwerkstatt kann zu teuer sein

12.02.2013 - 13:00

Es passiert rasend schnell und ohne Vorwarnung: Reifen quietschen, fast zeitgleich erfolgt der Aufprall. Die Insassen werden einmal durchgeschüttelt. Erst dann realisieren Autofahrer meist, dass sie gerade unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurden. Im besten Fall sieht nur das Auto etwas derangiert aus, die Passagiere sind mit dem Schrecken davon gekommen.

Nach Klärung der Schuldfrage und aller Formalitäten wird schnell die eigene Kfz-Versicherung über den Vorfall informiert, dann wird der Wagen schnellstmöglich in die Werkstatt des Vertrauens geschafft, damit man rasch wieder mobil unterwegs sein kann. Doch genau hier lauert eine Falle, in die viele Autofahrer nur allzu leicht tappen. Sie wollen nur das Beste und beauftragen ohne Rücksprache mit der gegnerischen Versicherung eine markengebundene Werkstatt mit der Reparatur. Schließlich kennen die Spezialisten sich doch am besten mit dem Fabrikat aus?

BGH-Urteil begrenzt Wahlfreiheit bei der Autowerkstatt

Doch nicht immer ist dieser Schritt der richtige. Das zeigt auch ein höchstrichterliches Urteil des Bundesgerichtshofs vom Februar 2010. Denn herstellergebundene Werkstätten sind oftmals teurer als freie Autowerkstätten. Der geschädigte Autofahrer muss seiner sogenannten Schadenminderungspflicht nachkommen. Soll heißen: Er muss darauf achten, dass die Kosten im Rahmen bleiben und die gegnerische Kfz-Versicherung nicht unnötig viel für die Beseitigung des Schadens bezahlen muss.

Im konkreten Fall hatte ein Autofahrer nach einem unverschuldeten Unfall seinen mit acht Jahren schon etwas „angegrauten“ Wagen in einer Markenwerkstatt reparieren lassen. Die Kosten wollte die gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung nicht in Gänze übernehmen – und legte zur Begründung Vergleichspreise dreier freier Werkstätten vor, die den Schaden zu deutlich geringeren Kosten ebenfalls fachgerecht behoben hätten.

Tipp: Zur Sicherheit mehrere Kostenvoranschläge einholen

Das überzeugte die Richter, sie bestätigten die Rechtmäßigkeit der Zahlungsverweigerung der vollen Summe seitens der Autoversicherung. Statt der geforderten 4.200 Euro erhielt der geschädigte Autofahrer daher lediglich 3.400 Euro bezahlt. Daher ist es ratsam, sich mehrere Kostenvoranschläge verschiedener Autowerkstätten einzuholen und lieber einem günstigeren Unternehmen den Zuschlag zu erteilen. So vermeiden Sie Ärger mit der gegnerischen Kfz-Versicherung und bleiben nicht auf einem Teil der Reparaturkosten sitzen.

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(srh)

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