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Rostiger Oldtimer: BGH stärkt Rechte von Autokäufern

20.04.2013 - 12:00

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem höchstrichterlichen Urteil Mitte März die Rechte von Autokäufern gegenüber gewerblichen Händlern gestärkt. Im konkreten Fall ging es um den Erwerb eines Oldtimers.

Der betagte Wagen, ein Mercedes, wurde bereits im Jahr 2005 von einer Händlerin für 17.900 Euro zum Kauf angeboten. Der Kläger griff zu - auch weil ein Gutachten, das die Autohändlerin ihm vorlegte, dem Wagen eine "positive Begutachtung nach § 21c StVZO im Original" bescheinigte.

Gutachten täuscht über wahren Zustand des Oldtimers

Damit war für den Käufer bewiesen, dass sich das Fahrzeug in einem originalgetreuen und fahrbereiten Zustand befand. Dies war jedoch absolut nicht der Fall, wie sich erst zwei Jahre später durch ein weiteres Gutachten herausstellte. Der hinzugezogene Fachmann entdeckte massive Durchrostungen an den Radkästen und Innenschwellern. Die "Schönheitsfehler" waren nicht etwa fachgerecht repariert, sondern - ganz im Gegenteil - einfach mit reichlich Unterbodenschutz kaschiert worden.

Das Urteil des zweiten Gutachters: Der Oldtimer war zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht fahrbereit gewesen und hätte deshalb niemals ein TÜV-Siegel erhalten dürfen. So sahen es auch die Richter am BGH. Sie gaben der Klage des getäuschten Käufers statt.

Vorinstanz entscheidet über Höhe des Schadenersatzes

Dieser war zuvor vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm mit seiner Klage gegen die Autohändlerin noch gescheitert. Nun muss sich das OLG erneut mit dem Fall beschäftigen. Denn der Bundesgerichtshof hat die Angelegenheit nach Hamm zurückverwiesen. Die dortigen Richter müssen jedoch nur noch über die Höhe des Schadenersatzes entscheiden.  Der Kläger verlangt die Erstattung der nach seiner Einlassung  über 34.000 Euro teuren Reparaturkosten.

(srh)

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