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Neu und günstig: Die Auto-Alternative EU-Import

02.07.2013 - 16:00

Wer einen Neuwagen kaufen möchte, muss aktuell - trotz heimischer Absatzkrise mancher Hersteller - meist tief in die Tasche greifen. Eine günstige Alternative sind importierte Autos aus Ländern der Europäischen Union (EU). EU-Fahrzeuge sind nagelneu, kosten jedoch in der Regel deutlich weniger als beim heimischen Autohändler. Wer etwas flexibel ist und etwaige Stolpersteine beachtet, kann ein echtes Auto-Schnäppchen machen.

Die Ersparnis hängt vom Modell, der Ausstattung sowie Angebot und Nachfrage ab. Preisnachlässe zwischen 20 und 30 Prozent seien gegenüber den unverbindlichen Listenpreisen der Automobilhersteller realistisch, sagte August Schürenstedt, Vorsitzender des Bundesverbands freier Kfz-Importeure, im Gespräch mit CHECK24.

Importeure profitieren von unterschiedlichen Nettopreisen

Wie funktioniert der Spar-Kniff? Die Hersteller bieten ihre Fahrzeuge auf dem europäischen Binnenmarkt zu unterschiedlichen Nettopreisen an. Dies liegt zum einen am Einkommensgefälle innerhalb der EU. So verdient beispielsweise der durchschnittliche Bürger in Polen deutlich weniger als in Deutschland. Um in den Niedriglohnländern dennoch Fahrzeuge absetzen zu können, bieten die Autokonzerne ihre Fabrikate dort vergleichsweise günstig an.

Zum anderen verteuern gerade in den nordischen Ländern Dänemark, Finnland oder Niederlande exorbitante staatliche Aufschläge den Kaufpreis für den Endkäufer. Daher gehen Autohersteller dort mit niedrigen Nettopreisen in die Märkte. Auch der derzeitige Einbruch der Autonachfrage in den krisengeschüttelten Mittelmehrländern sorgt für eine Schwemme an preiswerten EU-Wagen.

Früher waren Auto-Importe extrem teuer und aufwendig

Zu Beginn der automobilen Revolution war an In- und Export kaum zu denken. Die Ausfuhr war kostspielig und zeitintensiv - lohnte sich demnach nur für Nobelkarossen. Hersteller wie Henry Ford bauten fast ausschließlich für den heimischen Markt. Erst der VW-Käfer brachte den weltweiten Autohandel in Schwung. Diese Entwicklung verstärkte sich mit dem Einstieg japanischer Produzenten. Heute ist es vollkommen normal, dass uns eine breite Fahrzeugpalette zur Auswahl steht.

Fahrzeugimporteure nutzen heutzutage das unterschiedliche Preisniveau innerhalb der EU und können so dem deutschen Kunden Neufahrzeuge zu sehr guten Konditionen anbieten. Autos, die den Bestimmungen des europäischen Binnenmarkts entsprechen, können in Deutschland problemlos zugelassen werden. Anders sieht dies beispielsweise bei Importen aus den USA aus. Hier sind in aller Regel massive Umbauten notwendig, um die gesetzlichen Bestimmungen hierzulande zu erfüllen. Zudem ist eine transatlantische Überführung für den einzelnen Käufer extrem kostspielig.

Stolpersteine: Vorsicht bei Garantie und Gewährleistung

Auch bei EU-Importen greift die Garantie des Herstellers. Doch Vorsicht: Es gilt die Herstellergarantie des jeweiligen Verkaufslandes. Wirbt beispielsweise Kia hierzulande mit einer siebenjährigen Garantie, kann die Schutzzeit des Imports aus Portugal anders bemessen sei. Auch die Gewährleistung des Händlers kann für den Käufer bei einem Mangel tückisch werden.

Der Kaufvertrag des Autos wird mit dem ausländischen Händler geschlossen. Der Importeur ist in der Regel lediglich der Vermittler. Weist das Fahrzeug in der Gewährleistungsfrist Mängel auf, muss sich der Halter mit dem Autohändler in der Fremde auseinandersetzen. Neben der geografischen Distanz und sprachlichen Barrieren können auch die gesetzlichen Bedingungen des jeweiligen Herkunftslandes für Probleme sorgen.

Die technischen Standards hingegen sind europaweit genormt. Das Import-Auto sollte demnach qualitativ nicht schlechter sein als ein Modell aus heimischer Produktion. In manchen Fällen handelt es sich bei dem im Ausland erworbenen Wagen sogar um ein Auto "Made in Germany". Der sogenannte Re-Import wurde beispielsweise nach Italien exportiert, jedoch dort nicht verkauft und kommt über einen Importeur wieder nach Deutschland zurück.

Wer nicht allzu wählerisch ist, findet schnell einen passenden Wagen

Wer sich für einen ausländischen Wagen interessiert, sollte etwas Flexibilität bei der Ausstattung mitbringen. Beim hiesigen Händler oder auf den Seiten der Autoproduzenten können Sie zahlreiche Kfz-Teile und Zubehör miteinander vergleichen und so Ihren Traumwagen bis ins kleinste Detail konfigurieren.

Dies ist bei EU-Importen nicht möglich. Die Fahrzeuge stehen bereits fix und fertig auf dem Hof des ausländischen Händlers. Einschränkungen bei der Lackfarbe und dem Interieur sind normal. Je nach Herkunftsland gibt es Unterschiede bei den von der Käuferschicht bevorzugten Ausstattungsmerkmalen. Wer braucht in Spanien schon eine Sitzheizung? Beim Infotainment-System ist darauf zu achten, dass die Bedienung in deutscher Sprache möglich ist.

Vertrag sollte alle Ausstattungsmerkmale und Kosten enthalten

Haben Sie sich für einen Importwagen entschieden, geht es ans Eingemachte - Verträge stehen an. Hier heißt es: Alles genau durchlesen. Der Endpreis sollte  alle Dienstleistungen des Importeurs wie Überführungs- und Bereitstellungskosten sowie die ausgewiesene Mehrwertsteuer beinhalten. Lassen Sie sich alle zugesagten Ausstattungsmerkmale des Wagens schriftlich bestätigen.

Eine kleine Anzahlung für den Wagen ist in Ordnung. Besser ist es jedoch, dem Importeur als Sicherheit nur eine Bankbürgschaft zu geben. Denn wird er vor der Auslieferung insolvent, ist Ihr Geld so gut wie futsch. Entscheidend bei der Übergabe des Autos ist, dass die zugehörigen Papiere vollständig ausgehändigt werden. Dazu zählen die Zulassungsbescheinigungen I und II sowie die Garantieunterlagen. Fehlen die Zulassungsbescheinigungen, kann das Fahrzeug in Deutschland auch mit der Originalrechnung und den ausländischen Kfz-Dokumenten des Wagens zugelassen werden.

Haben Sie Ihr günstiges EU-Fahrzeugschnäppchen gefunden, können Sie die laufenden Kosten ebenfalls auf ein Minimum reduzieren. Mit dem Kfz-Versicherungsvergleich von CHECK24 finden Sie eine preisgünstige und leistungsstarke Autoversicherung für ihr neues automobiles Schätzchen.

(srh)

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