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Absatz steigt: Autofahrer legen Zurückhaltung bei E10 ab

23.03.2013 - 13:00

Langsam, aber sicher geben die Autofahrer in Deutschland ihren Boykott gegen die Benzinsorte E10 auf. Die vermeldet der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) mit Blick auf den steigenden Absatz im vergangenen Jahr gegenüber 2011.

Rund 2,6 Millionen Tonnen der Benzinsorte flossen an den Zapfsäulen der Republik im Jahr 2012 in die Autotanks. Das ist ein Plus von rund 800.000 Kilogramm oder 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2011.

Bei E10 wird dem Benzin zehn Prozent Bioethanol beigemischt

Insgesamt sei der Benzinmarkt 2012 um sechs Prozent eingebrochen, ermittelte der BDBe. Der Verkauf von Bioethanol habe dagegen um 1,4 Prozent zugelegt. Bioethanol wird sowohl bei Super-Benzin als auch bei der Sorte E85 beigemischt. Bei der Benzinsorte E10 liegt das Verhältnis bei 90 Prozent Benzin und zehn Prozent Bioethanol.

E10 war auf Druck der deutschen Regierung ab Januar 2011 schrittweise auf den Markt gebracht worden. Das Ziel: Das Autofahren umweltfreundlicher zu gestalten und die Vorräte fossiler Ressourcen zu schonen. Durch die Beigabe von Bioethanol soll der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden. Nach Angaben des Verbands spart Bioethanol im Vergleich zu fossilem Benzin 50 bis 70 Prozent der Emissionen je Liter ein.

Mangelhafte Informationspolitik führt zu Skepsis bei Autofahrern

Zu Beginn war die Verunsicherung unter den Autofahrern groß gewesen, da die Informationspolitik im Vorfeld der Einführung seitens der Politik sowie der Mineralölkonzerne und Automobilhersteller alles andere als optimal verlaufen war. So war zunächst unklar, welche Automodelle den neuen Kraftstoff problemlos tanken konnten. Laut dem Verband der deutschen Automobilindustrie vertragen jedoch 99 Prozent aller Pkw der deutschen Hersteller den E10-Kraftstoff mit Bioethanol-Beimischung.

Verschiedene Umweltverbände kritisierten zudem, Bioethanol führe unter anderem zu einer weiteren Abholzung von Gegenwaldflächen, um Platz für neue Plantagen schnell nachwachsender pflanzlicher Rohstoffe für die Gewinnung des Bio-Treibstoffs zu schaffen. Auch für die heimischen Agraranbauflächen wurde die Befürchtung laut, ein Umschwenken der Landwirte auf den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung von Bio-Sprit könne andere Nutzpflanzen verdrängen und zu einer Verknappung beziehungsweise dem verstärkten Import benötigter Lebensmittel führen. Dies sorgte anfangs für eine entsprechende Skepsis seitens der Autofahrer und einer Zurückhaltung – trotz günstigerem Preis gegenüber normalem Super-Benzin – beim Tanken von E10.

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(srh)

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