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Autoexperte prophezeit: E-Fahrzeuge werden es weiter schwer haben

16.12.2013 - 08:00

E-Autos haben' s derzeit schwer, sich neben der übermächtigen - auch konzerninternen - Konkurrenz der Verbrenner zu etablieren. Geht es nach dem Automobilexperten Stefan Braxel, wird sich daran auch künftig nicht allzu viel ändern. Er zeichnet ein eher düsteres Bild vom Fortgang der E-Mobilität in Deutschland.

Braxel wagt verschiedenen Medienberichten zufolge einen Blick voraus ins Jahr 2025. Sollte er für seine Zeitreise wie Michael J. Fox in "Zurück in die Zukunft" ein Auto benutzt haben, dann sicher kein E-Mobil. Sonst wäre der Leiter des Center of Automotive Management (CAM) an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach damit seiner eigenen Prognose nach ein automobiler Exot. Global rechnet Braxel 2025 bei der Fahrzeugpopulation mit einem E-Anteil von lediglich rund fünf Prozent.

Hemmnisse der E-Mobilität: Teure Autos, wenig Ladesäulen

Das wäre mehr als heute, aber dürfte - heruntergebrochen auf Deutschland - Angela Merkels Wunsch nach einem E-Auto-Boom kaum befriedigen. Denn gemessen an den heute registrierten rund 44 Millionen Pkw in der Bundesrepublik würden in gut zehn Jahren nur rund 2,2 Millionen Stromer über die Straßen surren – zu wenig, um Deutschland als Leuchtturm der E-Mobilität zu präsentieren.

Einen der Hauptgründe für das nur zögerliche Wachstum der E-Mobilität sieht der Experte in der mangelhaften Infrastruktur von E-Tankstellen. Außerdem sind Elektroautos vergleichsweise teuer - und somit nur etwas für eine kleine Kundengruppe, die den Wagen als Zweit- oder Drittfahrzeug nutzt und in der heimischen Garage über Nacht aufladen kann.

Autobauer zeigen wenig Begeisterung, in E-Technik zu investieren

Genährt werden Braxels Einschätzungen von einer Studie des CAM. Für sie wurden Automobilhersteller nach der Innovationsbereitschaft befragt, die sie in die verschiedenen Antriebstechnologien stecken wollen. Danach liegt die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren weiter auf dem ersten Platz, gefolgt von Hybridtechnologien. Die meisten Autobauer messen dem reinen E-Antrieb hingegen eher eine nebensächliche Bedeutung bei.

Besonders das Thema Ladeinfrastruktur könnte sich langfristig als echter Hemmschuh entpuppen. Hier manifestiert sich im negativen Sinne das Henne-Ei-Prinzip: Je weniger E-Autos unterwegs sind, desto geringer ist die Bereitschaft von Unternehmen, ein flächendeckendes Tank-Netz mit Schnelllade-Möglichkeit und einheitlichen Standards zu realisieren. Im Gegenzug schreckt potenzielle Käufer der umweltschonenden Vehikel der Gedanke, im Nirgendwo ohne Saft liegenzublieben, vom Kauf ab.

Keine europaweit einheitlichen Vorgaben zum Ausbau der Ladeinfrastruktur

Die Politik ist derzeit, so scheint es, auch nicht gewillt, dem Dilemma mit konkreten Anreizen und Vorgaben ein Ende zu setzen. Die Eurokraten konnten sich bisher nicht darauf verständigen, einen europaweit einheitlichen Plan für den Ausbau des Tankstellennetzes mit Standort- und Ladesäulenzahlen für die Mitgliedstaaten aufzustellen. Es bleibt jedem Land selbst überlassen, den Boden nach Gutdünken für die E-Mobilität zu bereiten.

Für Deutschland heißt das etwa: keine Kaufanreize mittels staatlicher Prämie, keine flächendeckenden, kostenlosen innerstädtischen Ladestationen, keine eigenen Fahrspuren für E-Fahrzeuge, keine kostenfreien Parkplätze in gut frequentierten Lagen für die fortschrittlichen Wagen.

Positive Signale: Keine Kfz-Steuer für Elektroautos, einheitlicher Ladestecker

Immerhin: E-Autos sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit und können problemlos auch in die strengste Umweltzone einfahren. Und: Nach langem Hin und Her hat sich mit dem in Deutschland entwickelten Typ 2 europaweit immerhin ein einheitlicher E-Stecker durchgesetzt.

Es wird noch viel Überzeugungsarbeit, Innovationskraft seitens der Industrie und mehr als Lippenbekenntnisse der Politik benötigen, um die Energiewende im Automobilverkehr tatsächlich mittelfristig zu bewerkstelligen und vom Verbrenner auf Stromer umzusteigen. Und wird dies gelingen, stellt sich gleich die nächste Frage. Wie können die vielen Megawatt zusätzlicher Strombedarf allein aus regenerativen Energiequellen bezogen werden? Denn Deutschland soll ja nach dem Willen der Politik atomstromfrei werden. Und Kohle sowie Gaskraft sind nun wirklich nicht besonders öko.

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(srh)

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